Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise – coronasoziologie.blog.wzb.eu

Transkript: Barbara Prainsack: Die Pandemie in uns: Politik für eine bessere Gesellschaft

ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen.


Jan Wetzel
Damit herzlich willkommen zur neuen Ausgabe unseres Podcasts zu soziologischen Perspektiven auf die Coronakrise.
Mein Name ist Jan Wetzel, ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialfor.
Am 1. Dezember 221 hielt Barbara Prinsack einen Vortrag mit dem Titel die Pandemie in uns. Politik für eine bessere Gesellschaft.
Die Coronapandemie so diagnostiziert Briansack, hat Risse offenbart, die durch die Art wie wir Leben und Wirtschaften verursacht wurden. Im Vortrag stellt sie da, warum wir schon so lange in dieser Situation feststecken. Und was es braucht, um eine bessere Gesellschaft zu bauen.
Barbara Breinsack ist seit Oktober 2017 Professorin für vergleichende Politikfeldanalyse am Institut für Politikwissenschaften an der Universität Wien.
Ihre Ausführungen beruhen auf ihrem Zusammen mit Hendrik Wagner geschriebenen Buch The Pendemic Vision. Policy Making for a better World erschienen bei Policy Press.
Und nun viel Spaß mit dem Vortrag.
Barbara Prainsack
Was bedeutet die Pandemie in uns? Wir meinen damit, dass wir die Möglichkeitsbedingungen der Pandemie kollektiv geschaffen haben. Ähm damit ist die Art, wie wir leben und Wirtschaften gemeint.
Die Tatsache, dass ähm wie jetzt auch hin hinlänglich bekannt ist ähm Hypermobilität der Eliten, aber auch eine Mobilität der.
Ähm äh ausgebeuteten Arbeitskräfte, man kann das so nennen.
Dazu beigetragen hat oder es ermöglicht hat, dass das Virus ähm.
Zu einer Pandemie werden konnte und damit weinen wir nicht, wie das Jetzt sehr häufig in der Pandemie-Management der Fall ist, dass man ähm.
Die Lösungen der dieser Krise sozusagen auf Individuen delegiert indem man auch zunehmend ähm.
Die hydraulische Ökonomie, Methoden und Nugging verwendet, Anreize verwendet, also auch hier die Sprache ist sehr individualistisch geworden. Das meinen wir damit nicht. Wir meinen damit,
Ehe und das ist hier der Punkt 2 auf der Folie, dass wir alle Trägerinnen und Träger sozialer Praktiken sind und dass wir in gewisser Weise, da komme ich jetzt auch gleich nochmal darauf zurück, in diesem Praktiken gefangen sind
Ähm,
insofern also nicht das das wir überhaupt nie mehr rauskommen können, aber dass es sehr schwierig ist aus geteilten Praktiken, die unseren Arbeitsalltag ausmachen, die ähm,
Unsere ähm Mobilität ausmachen, einfach rauskommen durch eine Willensentscheidung ähm auf der Ebene einzelnen Menschen.
Und auch auf diese Weise tragen wir die Pandemie in uns und die dritte Art, die jetzt auch glücklicherweise mehr Aufmerksamkeit bekommt ähm ist die die Art und Weise, wie.
Das Leben und die Lebensbedingungen unterschiedlichster ähm Lebewesen und Spezies miteinander verknüpft ist und auch ähm,
Ausmachen. Es gibt jetzt in Australien an der University of Sydney ein Center for Healthy Societies, was auch jetzt gar keinen Unterschied eigentlich mehr macht ähm in der.
In dem Gesundheitskonzept
um menschliche Gesundheit geht oder um Gesundheit anderer Arten. Also man muss das zusammen sehen, es ist das was ähm unser Kollege ähm in unter Planetariturn
in den Sozialwissenschaften meint. Also auf all diesen Weisen tragen wir die Pandemie in uns und
ist das ja mittlerweile ein Gemeinplatz geworden zu sagen, dass die ähm,
die negativen Effekte hinsichtlich der Vergrößerung von Ungleichheiten ähm durch die Pandemie jetzt nicht entstanden sind, sondern dass diese durch die Pandemie ähm vergrößert wurden.
Und äh viele der Diagnosen, des Status Quo und warum wir sozusagen ähm warum wir in dieser äh problematischen Situation sind, die die Pandemie auch ermöglicht.
Sind hinlänglich bekannt. Die Frage ist viel mehr und das ist die Frage mit der wir unser Buch dann auch beginnen. Warum sind wir so lang.
In dieser Situation verharrt, warum sind wir nicht? Warum hat seine Pandemie gebraucht, um zu zeigen, dass die Art, wie wir leben und wirtschaften, den Planeten zerstört und Menschen auch krank macht?
Warum sind wir dann nicht früher rausgekommen? Und hier ähm.
Nehmen wir zwei ähm Elemente heraus, die wir von denen wir glauben, dass die eine wesentliche Rolle spielen. Das Erste ist Komplexität. Also hier symbolisiert durch den Wassertropfen ähm weil ja.
Flüssigkeit jetzt kein äh kein keine Eigenschaft eines Wassermolekühls ist, sondern eben eine imagente Eigenschaft, die aus der Zusammenspiel ähm die Moleküle ähm entsteht und.
Komplexität ist etwas, für das viele Menschen intuitiv ein Verständnis haben. Wir leben in einer komplexen Welt, aber die Art, wie wir auch Politik machen
wo alles in Ressorts strukturiert ist, wo man von einem Policy-Cycle ausgeht, wo wie eine Phase nach der anderen stattfindet, ähm ist für Komplexität nicht gemacht. Das heißt, unsere politischen Institutionen sind auch nicht wirklich gut dafür geeignet,
einer komplexen Welt symbolisiert durch eine Pandemie umzugehen,
Und das Zweite ist die Hegemonie und wir meinen das nicht als eine bestimmte Form von Herrschaft, sondern wir meinen es wirklich als eine,
geistige Kaptivität. Also wir sind in in bestimmten Mustern und Praktiken gefangen und können uns eine andere.
Wirklichkeit und auch eine andere Zukunft eben nicht mehr vorstellen.
Wie kommt man da raus? Wir haben hier ähm sehr stark mit äh.
Utopieas Methode gearbeitet, wobei die Utopie jetzt nicht etwas ist, was sozusagen la la Land ist, etwas, was man sich wünscht in seinen
sondern ähm wir versuchen anzuschließen an eine Tradition ähm auch äh die Utopie als.
Methode in den in den Sozialwissenschaften anzuwenden, um eben bestimmte andere Möglichkeitsformen zu denken. Und wo wir da hinkommen, wenn wir das tun.
Sind und das habe ich das sind sozusagen die einzelnen Kapitel in unserem Buch ist eine Gesellschaft, die.
In denen bis sieben Elemente hervorheben, nicht in dem Sinne, dass es nur diese sieben Elemente braucht.
Und auch nicht in dem Sinne, dass wir sagen, es ist jetzt radikal neu, jede einzelne jeder einzelne Vorschlag, sondern insofern als es ähm.
Als diese sieben Elemente auch miteinander verknüpft sind. Also man kann nicht ähm.
Stabile stabiles Wohnen, eine gute Wohnungspolitik haben ohne alle anderen Elemente zu haben. Ich gehe jetzt mal ganz kurz,
Schlaglichtartig durch dieselben Momente durch. Wir haben in der Pandemie gesehen, dass ähm.
Gesellschaften, die eine gut funktionierende und gut ausgestattete öffentliche Infrastruktur, eine öffentliche Daseinsvorsorge haben.
Inklusive natürlich ganz zentral auch eine gute Gesundheitsversorgung, ähm dass die besser durch die Pandemie kommen als andere. Ähm.
Der Ökonom Markus Martabauer betont immer wieder, dass ähm dass Staaten, die auch gute soziale Sicherungssysteme haben, den Vorteil haben, dass solche in Krisen nicht erst erfunden werden müssen.
Also statt jetzt kurzfristig Coronahilfen aus dem Boden zu stampfen, profitieren Gesellschaften, die dieser sozialen Sicherungssysteme haben,
dass das sozusagen ein Netz gibt, ähm dass bereits stark,
da ist und sich etabliert hat und wir wissen, dass das auch Gesundheits.
Auf die Gesundheit der Menschen einen großen Einfluss nimmt. Wir wissen, dass und da komme ich jetzt auch zum zweiten Punkt. Gerade auch stabil das Vorhandensein leistbaren und stabilen Wohnraums ähm unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen hat.
Wir glauben, so dieser diesen Vorschlag machen wir in dem Buch, dass es ähm ein Recht auf ähm leistbaren Wohnraum für alle Menschen geben soll. Wir wir differenzieren das auch aus, wie das gestaltet werden soll und und fordern eine,
Ein Ende des Wohnraums aus Spekulationsobjekt.
Ein ganz ähm wichtiger Punkt für mich persönlich, weil weil ich ähm auch letztes Jahr ein Buch zum bedingungslosen Grundeinkommen geschrieben habe. Das kam aus der Überzeugung, dass wenn wir.
Wenn wir die Art, wie wir leben und verändern wollen, dass die Art, wie wir arbeiten und die Rolle der Arbeit in unserer Gesellschaft ein ganz, ganz wichtiger Hebel ist. Und hier ähm.
Besprechen wir in dem Buch, wie man die Verknüpfung von Einkommen und Erwerbsarbeit neu denken kann.
Einige äh Möglichkeiten und und Modelle, die es dazu gibt, um um eben auch Arbeit aus einem Hebel in Richtung einer.
Eines nachhaltigen Lebens ähm äh zu verwenden. Das der nächste Punkt ist Good Government. Ähm hier spielen wir darauf an, das ist auch hierzulande. Ist mittlerweile Generationen von Menschen gibt,
mit Staatlichkeit nichts Positives mehr verbinden so das ist so sehr der Fall dass,
viele von uns sich das auch gar nicht mehr vorstellen können. Also der Start ist etwas, der nur in Erscheinung tritt, wenn er,
fordert, kontrolliert und transaliert in der Wahrnehmung Wahrnehmung vieler Menschen. Viele Menschen, das sehen wir auch in unseren empirischen Studien zur coronapandemie.
Viele Menschen haben keine positiven Erfahrungen mit Staatlichkeit gemacht
Das muss aber nicht so sein und war auch nicht immer so. Also gerade ich spreche ja aus Wien. Ähm wenn wir zum Beispiel an das sogenannte Rotein.
Äh ähm zu Beginn des zwanzig. Jahrhunderts denken. Ähm dann ist das jetzt ganz abgesehen von jeder parteilicher
die ich jetzt hier nicht möchte ein Projekt von
Beamten jetzt ich sage jetzt auch bewusst die männliche Form. Es waren damals Männer von Beamten gewesen
mit einer progressiven Wohnbaupolitik, die aber gleichzeitig auch Gesundheitspolitik war.
In gewisser Weise halten wir heute würden wir sagen Umwelt und Bildungspolitik auch. Also die haben wirklich Sektoren und Politikfeld übergreifend eine Vision für eine.
Gerechtere und auch gesündere und bessere Gesellschaft gehabt und.
Hat es ja ähm betont, dass der Staat wie einem ein Motor technologischer Innovation sein soll, weil Glauben der Staat soll auch wieder in Klammer.
Ein Motor sozialer Innovation sein. Wir haben, das streife ich jetzt nur ganz, ganz kurz. Wir haben auch ähm.
Ein Kapitel zur damit meinen wir, dass,
was heute unter Corporate Responsibility läuft, ja sehr häufig Teil eines Businessplans ist. Also hier muss es auch ähm sozusagen
äh nicht nur Zuckerbrot, sondern mehr Peitschen geben. Das ist keine gute Metapher, aber es soll sozusagen echte
ähm geben, die ähm die auch den Unternehmen an manchen Stellen wehtun, wird in großen Unternehmen.
Wir reden einer Demokratisierung äh des Geldes, das Wort.
Sehr komplexer Bereich äh zu dem ich gern in in den während des Q and E mehr sagen kann.
Weil wir glauben, dass es dass es ganz ganz wichtig ist hier auch mit einigen Mythen,
über die Rolle des Geldes breit Fläche, großflächig Schluss zu machen und die Kontroll, demokratische Kontrolle auch über die Geldproduktion und nicht nur über die Geldverteilung zu erhöhen und letzten Endes,
siebte Element ist natürlich auch das Fundament und das Ziel aller anderen ist, weil ihr auch alle diese sieben Elemente verknüpft sind, ist eben eine.
Eine ökosoziale Reform, ein nachhaltiger Lebensstil und eine nachhaltige Gesellschaft. Ähm wir.
Wir glauben, dass wir auch andere Metaphern brauchen, um diese um dorthin zu kommen.
Um diese Dinge zu erreichen, die wir beschreiben. Ich möchte ein kurzes Beispiel geben in der Rede der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen,
Ähm zur Präsentation des europäischen Green Deals hat sie von Europes Man on the Moon Moment gesprochen.
Also es ist der.
Sie hat sozusagen mit der Mondlandung äh verglichen und die Mondplanung ist natürlich ein großes Ingenieursprojekt.
Mit mit Ingenieurwissenschaften und Ingenieur Ingenieurs, Praktiken, natürlich.
Nichts falsch. Es ist ein Spiel eine extrem wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Aber gerade wenn es um die Lösung bereichsübergreifender, komplexe Probleme.
Geht glauben wir, dass die Metapher ähm diese Ingenieurs mit die auch eine bestimmte Form menschlicher Kontrolle.
Und ähm Mastery äh implizieren ähm nicht sehr hilfreich sind. Wir setzen dem entgegen die Metapher des Gärtnerns,
Ähm also wie gesagt nicht, weil wir glauben, dass jetzt die Gärtnerei den Ingenieur Ingenieuren überlegen ist, aber eben für für die Lösung der Probleme.
Die viele Bereiche um spannend, die viele Politikbereiche berühren und die viele unterschiedliche Ebenen,
von Akteurinnen und Akteuren berühren. Braucht man eine eine Metapher, die auch,
die Qualitäten einer guten Gärtnerin sozusagen hervorheben. Das heißt
sich selbst als Teil der Welt wahrzunehmen, die man reguliert, die man gestaltet. Auch von der Beobachtung zu lernen,
nicht die Vorstellung zu haben, dass man alle Elemente, die die wichtig sind für eine Entscheidung kennt und die Interaktionen dieser Elemente vorhersagen kann
Also gärtnern bedeutet natürlich nicht, einfach die Hände hochzuwerfen und zu sagen, schauen wir mal, was rauskommt. Sondern natürlich gibt es hier auch zielgerichtetes äh Verhalten. Es gibt zielgerichtete Entscheidungen und braucht viel Erfahrungswissen, man braucht viel
Skill in jeder Hinsicht Fähigkeiten aber es ist eine andere Form menschlicher Intervention und eine andere Vorstellung auch menschlicher.
Agency, die jetzt nicht ähm Kontrolle bedeutet über die anderen Elemente.
Damit möchte ich jetzt zum letzten Punkt und zum Schluss kommen ähm wie kommen wir dahin Teil zwei.
Die die Veränderung damit davon in unserem Kopf wird uns natürlich alleine auch nicht zu den bringen es wird.
Sowie die politischen Landschaft dann in in den Gesellschaften in Europa gestaltet sind, in anderen Teilen der Welt auch.
Wird es nicht ausreichen die politischen Entscheidungsträgerinnen davon zu überzeugen? Es wird also es wird einerseits ähm.
Natürlich Angebote von oben brauchen, aber es wird auch etwas brauchen, was wir es assoziative Demokratie bezeichnen, also
die Organisation von Bürgerinnen und Bürgern den Druck von unten nach oben äh auf eine konstruktive Weise, also nicht als reine Protestbewegung gegen etwas, was vorgegeben wird, sondern als.
Ähm eine,
partizipative und assoziative Demokratie, die viele der Ansätze und Lösungen, die es bereits gibt, für die aber wiederum die Politikgestaltung blind ist, also die ist sozusagen nicht am Rader der Politikgestaltung, auch,
weiterführt, die die ähm Lösungen auch zum Teil inneren kleinen, kommunalen Ebenen für äh bestimmte Probleme,
baut und versucht diese Lösungen an die Politikgestaltung anzudocken.
Es braucht sozusagen Angebote von oben, aber es braucht auch diese Angebote und zum Teil auch den Druck von unten.
Ja und ähm damit äh bin ich jetzt am Ende meiner Zeit und danke ihnen vielmals fürs Zuhören und freue mich auf die Diskussion.
Jan Wetzel
Ja, herzlichen Dank. Ähm ich habe ein paar Fragen bekommen, auch ein paar eigene. Ähm mit der ersten Frage würde ich gerne beginnen,
sich auf die Zielgruppe, wie man das ja schon so schön sagen kann, äh das Buch ist bezieht. Sie haben
gesprochen äh äh man braucht auch die Beamtenschaft in manchen Fällen äh äh am Beispiel des roten Wiens.
Äh ist ihr Buch eher allgemein, eine breite Öffentlichkeit oder auch spezifisch an solche Gruppen gerichtet. Also wollen sie auch da ganz konkret Überzeugungsarbeit leisten?
Barbara Prainsack
Wir haben also dieses Buch ist kein kein,
wissenschaftliches Buch in dem Sinne, dass es jetzt äh das Ergebnis jahrelanger Forschung gewesen wäre, dies die sich auf ein Projekt bezieht. Das war's nicht, sondern ähm unser Buch bezieht sich natürlich auf.
Auf unterschiedlichste Studien zum Teil auch auf unsere eigene Forschung, was von Hendrick Fachner,
Ähm der viel zu partizipativen Demokratie gemacht hat und meine eigenen Forschung. Aber unsere Zielgruppe sind
Also in meinem alten Leben im Vereinigten Königreich hätte ich gesagt so die Guardian-Leserinnen, ja. Ähm also Leute, die jetzt
die sich mit sozialen Fragen, mit politischen Fragen beschäftigen, aber die nicht unbedingt selbst ähm in diesen Bereichen arbeiten oder die auf jeden Fall nicht selbst in der Wissenschaft tätig sind. Ähm ob uns das gelungen ist, weiß ich nicht. Also
wir wir sehen schon, dass man mit dieser.
Message, die wir oder mit diesen Vorschlägen, die wir in dem Buch machen, ähm hinter jenen zurückbleibt, die äh die äh.
Eine sexy äh Message haben, ähm die jetzt irgendwie nach einer äh Impfpflicht für die Welt rufen oder oder konkrete, technologische Lösungen für Probleme propagieren. Insofern wissen wir, dass es auch eine schwierige.
Schwierige.
Die wir hier senden, aber unser Wunsch ist und zu einer zu einer breiteren Gruppe zu sprechen von Menschen, die im weitesten Sinne auch im öffentlichen Leben ähm,
gestalten.
Jan Wetzel
Ähm eine äh kritische Nachfrage war ähm
natürlich vieles von dem, was Sie sagen, auch schon vorher da war. Natürlich ist auch dieses Aufwachen äh vielleicht auch mit der Finanzkrise ähm äh zweitausendachtzehn stark verbunden. Äh wo ist da die Pandemie noch mal so ein äh auch,
Pandemie äh nochmal ein wichtiges Ereignis, was sich auch den Diskurs geändert hat im Vergleich zuvor, vielleicht auch nicht nur den Diskurs, sondern auch die äh ja reale Lage.
Barbara Prainsack
Ja, ich glaube, das ist ein total wichtiger, ein genau wichtiger Einwand ein ein wichtiger Einwand aus dem Grund auch, dass wir dass das eigentlich,
der Moment war, in dem wir uns entschlossen haben, dieses Buch auch zu schreiben, weil weil uns irgendwann auch klar war, dass viele der Diagnosen der Probleme ähm,
die die Pandemie ermöglicht haben, bekannt waren. Ja, man denkt an man denke an an Arbeiten von man denke an Arbeiten von Personen, die auch in dem Green Deal, Green New Deal ähm
Nachhaltigkeitsreformbereich arbeiten, in der Stadtplanung, das das gibt es sozusagen ähm.
Wir haben uns konkret mit der Frage beschäftigt, warum haben wir nichts getan und.
Da war die Pandemie und da beziehe ich mich jetzt auf auf unsere Corona-Studien, die wir.
Ähm an an der Uni Wien und mit vielen ähm europäischen und internationalen Kolleginnen und Kollegen durchführen. Ähm hier gab es,
Bei vielen Menschen.
Während es insbesondere während des ersten Lockdowns, also im im im Frühling, 2020 durch die erzwungene Unterbrechung der Routinen so was wie eine Umorientierung,
Also wir haben damals in unserer qualitativen Studie sehr stark gesehen, dass Leute ähm.
Dinge, die sie bis dahin fraglos getan hatten, nicht mehr tun wollen. Langpendeln, einer Arbeit nachgehen, die sie,
Unglücklich und oder krank macht. Ähm die Menschen haben gesagt, sie wollen mehr Zeit mit dem verbringen, was ihnen wichtig ist. Wir haben auch
Im Herbst 2020 plötzlich ganz viele Leute gehört, die gesagt haben, sie wollen weniger konsumieren. Wir haben dann
vermutet, dass das vielleicht mit Einkommenseinbußen zu tun hat, sind dann im Coronapano. Das ist eine repräsentative Studie der Österreichischen Wohnbevölkerung ab 14 haben wir das dann getestet und sind drauf gekommen, es geht doch alle Einkommensschichten durch. Das heißt, es gab
sehr stark den Wunsch anders zu leben, dass es jetzt verpufft,
Also in unseren letzten Datenerhebungen Ende 2021 haben wir gesehen, dass sich dieses Möglichkeitsfenster wieder schließt. Die Leute fallen zurück in ihre,
In ihrer Praktiken, in in in die Dinge, die sie tun müssen, um ihr Leben, so wie's wie's weiter aufrecht zu erhalten und und hier.
Das ist jetzt mein mein pessimistisches Szenario, glaube ich, gab es einen einen Moment, wo man hätte sagen können, was soll man eigentlich aus der Pandemie lernen, wir sehen die Pandemie macht,
insbesondere denen Probleme, die ohnehin schon weiter unten waren in das ähm Einkommens- und äh Vermögenspyramide. Was lernen wir aus vorangegangenen Pandemien, dass wir soziale und ökonomische Ungerechtigkeiten reduzieren müssen?
Jan Wetzel
Ich würde da vielleicht äh dran anschließen, genau für diese diesen Moment zu nutzen und dieses äh diese Offenheit auch ähm anderer Zukünfte zu nutzen. Wo ist da die Rolle der Wissenschaft? Also das eine ist natürlich wie in ihren Büchern Ideengeber, das vielleicht auch
äh ähm aufzuschließen. Wo kann sie denn aber auch,
äh wirken. Also in der Soziologie Herr reden wir natürlich viel über so was wie öffentliche Soziologie und und solche Sachen. Äh wo sehen Sie da irgendwie die Rolle der Sozialwissenschaften?
Barbara Prainsack
Also die Rolle der Sozialwissenschaften in der Pandemie und in der befinden wir uns ja noch äh war.
Eine sehr wichtige, aber in der Summe auch eine sehr positive, weil.
Einerseits sozialwissenschaftliche Evidenz auch immer wieder.
Referenzpunkt für politische Entscheidungsfindungen geboten hat, wo man dann als politische Entscheidungsfinder nicht sagen konnte, da gibt's keine Daten. Also hier haben Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler auch immer wieder gezeigt, dass die.
Was die Situation ist, was die eigentlichen Probleme sind und wenn
argumentiert wurde, dass das Vertrauen der Bevölkerung nur von der Kommunikation der Regierung abhängt, äh gab's immer wieder sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaft, die gesagt haben, das ist nicht alleine verantwortlich, sondern es geht auch um,
ähm äh um um gleich Verteilungen von der Kosten und der Lasten der Krise und so weiter. Ähm.
Dass also diese Rolle, wenn das Sozialwissenschaften weiter haben, zusätzlich glaube ich, dass jene sozialwissenschaften,
Weiter eine wichtige Rolle haben werden, die erklären, warum Menschen bestimmte Dinge tun oder nicht tun. Und ich glaube, das haben Kolleginnen und Kollegen,
In anderen Feldern jetzt schmerzhaft erfahren, dass man sagen kann super, es gibt Evidenz, das Maßnahme XY wirkt, aber die Leute tun's trotzdem nicht, weil natürlich ihr Tun auch von sozialen
geprägt ist und von persönlichen Bedeutungen. Da hat man jetzt schmerzhaft erfahren für manche, dass man die Sozialwissenschaften braucht.
Aber gerade was die die ähm den Umbau der Gesellschaft betrifft,
ist die Rolle der Sozialwissenschaften natürlich beschränkt.
Weil die Sozialwissenschaften normalerweise die Evidenz dafür liefern, dass andere Personen ähm normative Schlüsse daraus ziehen. Wir gehen in dem Buch jetzt da schon ein bissel drüber hinaus. Ich separiere das ja auch immer wieder von meinen eigentlichen,
Von meinen Kernwissenschaftlichen Arbeiten, aber ich glaube, hier braucht es ähm ähm,
hier braucht es Akteurinnen und Akteuren, die die an dieser Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik auch äh agieren und das kann glaube ich oder das sollte auch die Wissenschaft alleine nicht tun.
Jan Wetzel
Ja daran anschließend äh vielleicht noch eine letzte Frage ähm äh jemand aus dem Publikum fragte, ob man damit vielleicht auch an Brunulaturs äh mit der Vorricht des terristischen,
knüpfen kann äh konkret mit der Frage wie diese kleinen Inseln, diese realen Utopien, die sie auch überall in der Gesellschaft gibt, ähm wie die breitenwirksam äh werden können und groß werden und gesellschafts,
weit äh eben ihre Wirkung entfalten.
Barbara Prainsack
Ähm ich glaube, ich glaube, dass das möglich ist, aber ich sehe es im Moment nicht
Also ich sehe es. Ich bin heute weit pessimistischer in der Hinsicht, als ich vor einem Jahr gewesen wäre. Ich sehe, ich komme jetzt gerade aus einer anderen Veranstaltung, wo die Kriegsmetapher von.
Vielen Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Disziplinen bemüht wurde, um um die Pandemie zu charakterisieren. Also ich glaube, dass die.
Ähm dass das, was unser Denken und unsere Lösungen derzeit formt, ähm nicht.
Ähm nicht äh Modelle beziehungsweise Metaphern oder Ansätze sind, die ähm die.
Das was zwischen ähm Spezies zwischen Akteuren und Akteuren passiert in den Vordergrund holen, sondern eher ähm eher das also eher, eher vereinzelt und individualisieren. Das ist meine.
Meine Wahrnehmung derzeit, aber vielleicht ist es auch zu negativ. Also ich sehe es als möglich, aber ich sehe es im Moment nicht als.
Leider.
Jan Wetzel
Das war der Vortrag, den Barbara Breinsack in unserem digitalen Kolloquium am 1. Dezember.
Anregungen mitnehmen konnten. Wenn Sie mögen, dann abonnieren und teilen Sie doch den Podcast.
Bewertungen bei Apple Podcasts oder dem Portal ihrer Wahl. Folgen sie uns außerdem auf Twitter unter at coronasotz. Wir danken fürs Zuhören. Bis zum nächsten.