Ja herzlichen Dank für die Einladung und die Möglichkeit ähm hier,
etwas beizutragen zu dem Kologium. Bei meinem,
Thema geht es um die Korona Krise als eine Gesellschaftsexperiment und äh das ist in der Hinsicht besonders reizvoll, weil das ein.
Thema ist, ähm über das man redet und das unmittelbar gleichzeitig vor Augen steht, denn das, was das Thema meines Vortrages ist, das praktizieren wir ja in diesem Moment, die Sukstitution von
physischer Co-Präsent durch digitale Kommunikationstechnologie, also gewissermaßen die Versumung der
Gesellschaft. Ähm, ich möchte das als ein gesellschaftliches Experiment betreiben und diese Versuchsanordnung, so meine These,
gibt uns Aufschluss darüber, inwiefern und mit welchen Nebenfolgen eine Substitution von physischer Co-Präsenz als Struktur,
von Kommunikations äh Situationen stattfindet
Das beruht auf einer ersten Sammlung und Sichtung von Material und der Vortrag soll auch und vor allem Anregungen geben, wie man Substitutionsvorgänge weiter beobachten und analysieren könnte
Pademie wird uns ja, wie es aussieht, noch eine Weile Gelegenheit dazu geben.
Ist in zweierlei Hinsicht zu einem Gesellschaftsexperiment geworden. Erstens hat sie die Gesellschaft in einer Art Petryschale verwandelt, in der die Verbreitung,
des Corona-Virus in Abhängigkeit,
von politischen Interventionen und anderen sozialen Variablen, zum Beispiel Mobilitätsmustern beobachtet werden kann. Auf der Basis von Ländervergleichen lässt sich so zum Beispiel rechnen
wie stark bestimmte nicht pharmazeutische Interventionen der Regierungen dazu beigetragen haben. Die Reproduktionsrate der Infektion zu senken.
Aber auch andere Determinanten der Ansteckung sind denkbar und werden untersucht, so wurde auch gefragt, ob die kulturelle, strenge von Gesellschaften, also die Verbindlichkeit von Normen
einen negativen Zusammenhang mit Ansteckungen und Todeszahlen zeigt,
Das ist also zur ruhiger Perspektive nicht uninteressant. Natürlich sind Kausalzuschreibungen auf Basis von
mit Vorsicht zu genießen. Das ist kein Vorwurf an die gerade genannten Studien, aber nicht alle sind in dieser Frage äh so ehrlich. Ähm allerdings geht es hier auch nur am Rande um Soziologie, da zwar
Soziale und politische Kausalfaktoren analysiert werden ist letztlich aber um den Infektionsverlauf. Also um Epidibiologische Fragen geht.
Die soziologische Frage wäre, welche Folgen haben die Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung für die Gesellschaft? Auch das lässt sich kausal formulieren und beantworten, das BZB-Kolognium.
Bietet daher viele Beispiele,
In meinem Vortrag möchte ich eine andere, eine zweite Möglichkeit ausloten, nämlich die Corona Krise als ein funktionalistisches Experiment auszuwerten.
Eine funktionale Analyse, wie ich sie hier vorhabe, hat nichts mit dem klassischen Funktionalismus zu tun. Sie benutzt den Funktionsbegriff nicht um die Existenz sozialer Sachverhalt,
Verhalte zu erklären. Äh etwa nach dem Muster,
der Regentanz der Regentanz der Rupi gibt es weil er als Ritual die kollektive Identität der Gruppe stärkt. Es geht vielmehr.
Um äh die Frage.
Durch was der Regentanz unter genau diesem Gesichtspunkt ersetzbar wäre. Also um die Frage nach funktionalen Iquivalenten.
Eine Frage, die nicht nur für die Soziologie, sondern auch für die handelnden interessant sein kann, zum Beispiel, wenn sie selbst nicht mehr an den Zusammenhang von Ritual und Regen glauben, aber dennoch ihre Gruppe zusammenhalten möchten.
Dieser Equalenz-Funktionalismus hat nun ein Problem, auf das äh Niklas Lumann schon früh aufmerksam gemacht hat. Man kann sich viel überlegen,
Aber praktisch sind die Möglichkeiten an der Substitution von Strukturen sehr begrenzt. Die soziale Wirklichkeit setzt jedem Austausch Widerstand entgegen, weil sie die Auswirkungen auf andere Zusammenhänge nicht außer Acht lassen kann
Man kann die Hoopie schlecht bitten, mal drei Jahre nicht zu tanzen, damit man sieht, ob die Gruppe zerfällt.
Und niemand hätte wohl den Matheunterricht auf Wunsch von Soziologinnen und Soziologen durch YouTube-Videos ersetzt, um zu sehen, ob das ein funktionales Equalent sein könnte.
Eine Krise ist deshalb.
Eine Chance für die Prüfung funktionaler Überlegungen. Soziale Experimente sind im Normalbetrieb meist nicht durchführbar, aber Störungen geben Hinweise auf funktionale Äqualente für die gewohnten Leistungen.
Krisen sind ähm ein günstiger Anlass für das Studium der normalen durch sie,
unterbrochenen Zusammenhängen. Und so auch die Crowit neunzehn Pandibien staatlich verfügte Lokdowns, aber auch individuell oder von Organisationen, gewählte Selbsteinschränkungen persönlicher Begegnungen,
haben es nötig gemacht, Ersatzmöglichkeiten. Substitute für jene Strukturen zu finden, die nicht mehr praktikabel erschien.
Nehmen sie das Beispiel der Begrüßung, eine elementaren Struktur der Alltagskommunikation. Ich habe vor ziemlich genau einem Jahr das letzte Mal jemand in die Hand geschüttelt.
Eindringliche Warnungen vor dieser Praktik haben dazu geführt dass aus einer anfänglichen Unsicherheit und Skepsis einem mehr oder weniger stabil
neue Struktur entstanden ist. Mit dem Emola-Gruß oder dem Fistbam äh mögen einige noch fremdeln, aber lächerlich macht man sich damit eigentlich nicht mehr,
Es gab weitere durch Eindämmungsmaßnahmen, erzwungene Substitutionen, vor allem den Verzicht auf viele Formen der Face to Face Interaktion.
Im persönlichen Bereich, aber auch bei Parteitagen, Konzerten und wissenschaftlichen Kologien.
Auf diese Folgen im Bereich der Kommunikation unter Anwesenden möchte ich mich nun im Weiteren konzentrieren.
Zu nichts, was man nicht beobachten konnte, äh das war die Stilllegung eines kompletten gesellschaftlichen Teilbereichs. Auch wenn niemand mehr shoppen gehen konnte, liefen die Transaktionen an den Finanzmärkten natürlich weiter.
Allenfalls für den Sport, vielleicht noch für den Tourismus, gab es so etwas wie ein zeitlich befristeten und lokal begrenzten Shardown.
Dieser ging aber in keinem Fall so weit, dass man sich nach Alternativen für ein ganzes Teilsystem wieder umsehen müssen. Wählert Wirtschaft.
Noch die Erziehung mussten ersetzt werden, sondern eben die physische Co-Präsenz innerhalb dieser Teilsysteme.
Es ging aber auch nicht um den Ersatz von Interaktion als solcher. Die Face to Face Interaktion wurde zu kalten Zeitpunkt abgeschafft.
Restaurants und Schulklassen leer sind, findet Face-to-Face-Interaktionen eben andersrum statt. Die Körper müssen ja irgendwohin.
Unterschiedliche Teiles Themen sind nun ganz unterschiedlich von solchen Einschränkungen betroffen.
Lag und liegt auch daran, dass Teilsysteme in unterschiedlicher Weise auf Kommunikation unter Anwesenden angewiesen sind.
Als eine erste Horistikbild sich deshalb an, diese Einschränkung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Differenzierung etwas aufzuschlüsseln.
Und man kann in einem ersten Schritt die Form kartieren, in denen Co-Präsenz in gesellschaftlichen Teilsystemen eine Rolle spielt. Und das könnte so aussehen, wie sie es hier sehen.
Schon diese kosorische Übersicht zeigt, dass die Bedeutung physischer Co-Präsent recht unterschiedlich verteilt ist.
Die einsame Lektüre von Lehrbüchern oder von Reiseführern tragen nur ein kleinen Teil zu den Funktionen der Ziehung des Tourismus bei der elektronischen Börsenhandel hingegen ist ein Kernbereich der Wirtschaft.
Die Massenmedien wiederum sind ein Sonderfall.
Weil es auch hier interaktionsnähere und interaktionsfernere Produktionsformen gibt. Die gesellschaftliche Funktion liegt aber natürlich in Erreichbarkeit der Abwesenden. Und die ist auch dann erfüllbar, wenn Quizshows,
und Dschungelcamps eben nicht mehr möglich sind.
Doch selbst hier und noch stärker in anderen Bereichen setzt die Kontinuierung der gesellschaftlichen Funktion Ausweich und Substitutionsprozesse voraus.
Interaktionsintensive Praktiken müssen durch bereits etablierte Interaktionsarme ersetzt werden.
Zum Beispiel der Kaufhausbesuch, das Onlineshopping oder das Wahllokal, durch die Briefwahl oder es müssen eben neue Formen der Distanzkommunikation ausprobiert werden.
Aber Substitution ist nur dann ein Beitrag zur Problemlösung, wenn sie funktionale Equalente bietet. Das Online-Shopping funktioniert nicht.
Zum Beispiel beim Autokauf. Das Wahllokal hingegen lässt sich durch Briefwahl durchaus ersetzen
aber eben nur in der Funktion ein Wahlergebnis zu produzieren. Andere Elemente des Rituals der Demokratie entfallen dann zum Beispiel die Gleichzeitigkeit der Stimmen ab.
Die Frage ist nun, wie werden diese Substitutionsprozesse gelenkt und wo liegen eigentlich ihre Grenzen.
Ähm Substitution ist, wie schon gesagt, nicht beliebig möglich. Ich hatte erwähnt, dass sie normalerweise auch nur als Reaktion auf eine Krise überhaupt in Frage kommen.
Wir können diese Annahme aufgrund der Pademierefahrung präzisieren in diesem Zusammenhang beobachten wir nämlich zwei Grenzen, an welche die Substitution von Co-Präsenz stößt.
Erstens, Idealisierung, Physio physische Co-Präsenz wird gestützt und scheinbar invariabel gesetzt.
Durch Idealisierung dessen, was sie eigentlich leistet. Wenn zum Beispiel die Baden-Württembergische,
Bildungsministerin Eisenmann sagte, nichts ist so gut wie Präsenzunterricht, unterschlägt sie natürlich, dass
Technologiedefizit des Unterrichts. Es gibt viele gute Gründe für Präsenzunterricht, zum Beispiel, dass er am besten geeignet ist, das Lernen von Umwelteinflüssen abzusondern.
Aber ob und welche kausalen Effekte für das individuelle Lernen die physisch Co-Präsenz eigentlich hat.
Das weiß man nicht. Man hofft, dass es wirkt und bemüht sich nach Kräften. Eine solche retrospektive Verklärung.
Entmutigt und entwertet Substitute. Präsenz hat dann ja angeblich super funktioniert.
Eine andere Hürde stellt Besetzung dar.
Und das im Sinne einer diffusen Anhänglichkeit an die Face to Face Interaktion. Die wertgeschätzten Aspekte physischer Co-Präsenz gehören oft zu jener Klasse von Sachverhalten, die,
John Als, der das einmal formuliert hat, wesentlich Nebenprodukte sind.
Interaktion bei Tagungen ist ja nicht etwa deshalb so toll, weil man durch die die Vorträge besser würdigen könnte, sondern weil man eben in der Pause über die Vorträge lästern kann.
Schulunterricht mag den Kindern durchaus etwas beibringen, vor allem werden sie aber während dieser Zeit sicher und weitgehend störungsfrei aufbewahrt.
Funktionale Igualente aber ersetzt nur die spezifischen Funktionen nicht die Nebenfolgen. Die fuße Besetzung von Funktion und Nebenfolgen führen deshalb regelmäßig dazu.
Dass die Funktionen halt equalente.
Nicht im Sinne einer funktionalen Qualent gesucht werden, sondern komplett analogie gesucht werden. Man startet dann äh Microsoft Teams mit simulierten Sitzbänken aus.
Oder man folgt bei der Konferenz nicht in dem Vortrag auf Zoom, sondern trifft sich dann anschließend auch noch bei. Gettertown oder anderen ähm virtuellen Umgebungen um Geselligkeit zu simulieren.
Doch dadurch durch solche Erwartungen werden die Substitute regelmäßig überfordert.
Co-Präsenz kann aber auch spezifischer.
Nämlich mit Blick auf bestimmte erwünschte Folgen gewählt und dann entsprechend rationalisiert werden.
Man weiß, wozu man Präsenz braucht. Solche funktionalorientierten
Präsenzvorgaben gibt es in vielen gesellschaftlichen Teilsystemen und ich nenne mal zwei Beispiele aus dem Bereich des Rechts und aus dem Bereich der Religion.
Im Gerichtsverfahren ist äh
Co-Präsenz, persönliche Teilnahme in der Regel vorgesehen, denn sie sichert natürlich die Authentizität der Kommunikation und die Verbindlichkeit der Selbstdarstellung, an der man die teilnehmenden dann gerade auch
anpacken kann, wenn der Ausgang für sie ungünstig ist. Sie können dann nicht sagen, sie waren ja gar nicht beteiligt oder waren gar nicht dabei.
In der Religion ähm wiederum betreffen viele Rituale ähm den richtigen Vollzug von Handlungen und damit auch physische Vorgänge, zum Beispiel etwas zu halten, sich in bestimmter Weise zu bewegen.
Die Bibel ist mit ihrer Auskunft O zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind. Da bin ich mitten unter ihnen.
Eigentlich Corona konform, aber Gottesdienste gehen doch in der Regel darüber deutlich hinaus.
Andere Religionen sind noch präziser und mitunter strenger.
Ihr Judentum zum Beispiel verlangt für ein Gottesdienst mindestens zehn oder mehr,
Teilnehmer in der Regel, im orthodoxen Judentum tatsächlich männliche Teilnehmer, um einen Gottesdienst abhalten zu können.
Solche Gründe für Co-Präsenz können also dogmatisiert werden.
Doch ich Coupe präsent erst einmal als Mittel zu einem bestimmten Zweck markiert, dann wird sie auch variabel. Man kann und muss über Alternativen nachdenken.
Ein Beispiel aus dem religiösen Bereich, das Comitio und Jury Show in Standards hat zum Beispiel im März zweitausendzwanzig entschieden, dass die elektronisch vermittelte Teilnahme zulässig sei, um das Quarum zu erreichen.
Nur am Schabbat ist die Benutzung elektronischer Geräte leider unzulässig, aber man könne den Stream vorher aktivieren.
Allerdings darf man ihn dann nicht reparieren, falls Probleme auftreten. Ähnlich gibt es auch im Recht funktional inspirierte Änderungen von Prozessordnungen.
In einem Zivilprozess ist die Teilnahme per Videokonferenz schon seit zweitausenddreizehn möglich.
Die entsprechende Gesetzesergänzung war leicht rationalisierbar, weil die Zivilprozessordnung das persönliche Erscheinen, aber nicht das körperliche Erscheinen verlangen.
Für Strafprozesse wiederum gilt dies bislang und mit guten Gründen nicht.
Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie die Rationalisierung von Co-Präsenz dazu zwingt, ihren Sinn genauer zu spezifizieren und genau dadurch Raum für funktionale Qualente zu schaffen.
Diese können dann durchaus unterschiedlich aussehen. Ähm, es macht zum Beispiel nicht immer Sinn, den Ersatz in der größtmöglichen Annäherung an die Face to Face Interaktion zu suchen.
Geeignete Substitute setzen vielmehr genauere Vorstellungen darüber voraus, welche spezifischen Funktionen der Co-Präsenz durch welche anderen Strukturen ersetzt werden können.
Komm zum Schluss. Ähm, erstmal wichtig ist niemand hat die Absicht die Interaktion abzuschaffen. Irgendwo müssen die Menschen hin,
wo sie sind, wenn sie nicht ganz allein sind, gibt es auch Interaktionen und sei es eben nur äh daheim in der Familie oder mit dem Partner oder der Partnerin.
Eine Krise ähm.
Ist Voraussetzung dafür, dass solche Substitute überhaupt gesucht werden, aber wo die funktionale Perspektive möglich und plausibel ist, werden wir auch weiterhin und potenziell mehr Ersetzungen sehen. Insbesondere im Kontext von
Organisationen, die über solche Substitute zu entscheiden haben, also bei wissenschaftlichen Konferenzen, politischen Spitzentreffen und so weiter
wird man auch vermehrt die Nebenfolgen der Co-Präsenz
zum Beispiel, dass man woanders abwesend ist, ohne dass man Ressourcen verbraucht, betrachten und Substitute in Rechnung stellen.
Oft ist allerdings präsent multifunktional, zum Beispiel, ich hatte das Beispiel schon genannt, äh, in der Erziehung,
Hier könnte man ähm der physischen Co-Präsenzfunktionen zusprechen wie die Aufmerksamkeitssteuerung, dass sie dazu zwingt, weiterzumachen, zu kontinuieren
auch wenn man Frustrationen erlebt und vor allen Dingen, dass eben nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern durch die äh Selbstdarstellung,
der Lehrerin oder des Lehrers in der Interaktion auch eine Einstellung zum Wissen. Von der Nebenfunktion der Betreuung ganz zu schweigen.
Wenn die Effekte bei diesem Maße unklar und vielfältig sind, dann sind sie auch schwer zu ersetzen und deshalb kommt es hier dann leicht zu Frustationen und zu Abwehren.
Wo schließt sich Präsenz gar keinen Zweck hat? Ähm weil sie zum, weil zum Beispiel im Rahmen einer geseligen Interaktion, die um ihrer Selbstwillen gepflegt wird, als so hier gar nicht angegeben werden könnte, da macht Substitution wenig Sinn.
Und im Bereich dessen, was Simmel klassisch als Geselligkeit bezeichnete, tendieren Substitute, deshalb auch dazu allenfalls schlechte Kopien zu sein.
Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit, beziehungsweise das aktuelle Qualent, ihre Karlen auf dem Zoom Bildschirm.