Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise – coronasoziologie.blog.wzb.eu

Transkript: Elke Schüßler: Organizing in Times of Crisis: Neue Lehrformate für und in Krisenzeiten

ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen.


Michelle Boden
Und damit herzlich willkommen zur neuen Ausgabe unseres Podcasts zu soziologischen Perspektiven auf die.
Mein Name ist Michelle Boden. Ich bin studentische Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Am 19. Januar hielt Elke Schüssler einen Vortrag mit dem Titel Organizing Intimes of Crisis.
Neue Lehrformat für und in Krisenzeiten. In diesem Beitrag stellte sie ihren mit KollegInnen zusammen entwickelten kollaborativen, digitalen Open Access Kurs für Masterstudierende zum Thema Organizing in Times of Crisis vor.
Der Vortrag reflektiert über Erfahrungen, Feedback und Potenziale dieses neuen Lehrformats. Elke Schüssler ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre und Vorständen des Instituts für Organisation an der Johannes-Kepler-Universität in Linz.
Und nun viel Spaß mit dem Vortrag.
Elke Schüßler
Vielen Dank und ähm guten Morgen, kann man gerade noch sagen, auch von meiner an meiner Seite. Ich denke, mein Vortrag schließt ganz gut
an an äh dem Vortrag eben.
Nur mit einem anderen Fokus nämlich auf Lehre statt auf Forschung und natürlich hat auch die Lehre sich äh durch die Coronakrise sehr stark.
Geändert und ähm eine These wäre zu schauen, ob neue Lehrformate auch ähnlich explodiert sind wie wie neue Forschung. Da würde ich erstmal noch ein Fragezeichen äh dahinter setzen. Ich möchte aber kurz
berichten über ein Lehrformat, das ähm ich gemeinsam mit Kolleginnen entwickelt habe äh mit einem Kurs
der heißt Organizing in times of crisis, wie das hier auch im Titel ist und berichte kurz etwas über den Prozess. Ähm das Format und die Erfahrungen damit.
Zum Einstieg. Äh wir beamen uns zurück in den März 2020 ähm als es gerade richtig losging mit der Coronakrise. Kurz zur Erinnerung ähm
16. März wurde in Österreich ähm wo ich ja ähm hm zu Hause bin. Der erste Lockdown angekündigt. In Deutschland äh kam das dann.
Kurz später und mit dem Lockdown ähm allgemein Lockdown
Wurde natürlich auch die universitäre Lehre in das Distance-Learning geschickt. Mittlerweile ist das für uns alle Routine. Damals war das natürlich noch etwas gänzlich Neues für die meisten von uns zumindest. Und ähm
In Österreich, das vielleicht noch als wichtiger Hintergrund beginnt, das Semester immer schon am 1. März. Also das heißt, wir waren eigentlich gerade gestartet mit einem neuen Semester und wurden dann eben sehr kurzfristig ins
distancelearning geschickt und ähm ich hatte dann die Idee für für einen meiner Kurse einen Masterkurs eben
diese Möglichkeit zu nutzen
wirklich ein neues Kursformat auszuprobieren. Ich habe dann einen Kollegen ähm kontaktiert, Professor Leonard Dubusch, den sie letzte Woche äh
kennenlernen durften von der Universität Innsbruck, weil ich wusste, dass er auch bereits mit neuen Lehrformaten.
Fermentiert hat, ähm er sich vor allem für offene Lehrformate einsetzt
und ähm er eben auch in einer ähnlichen Situation war, weil er auch einen Masterkurs zu einer ähnlichen Themenlage. Wir sind beide Organisationswissenschaftler aktuell unterrichtet und somit ein gleiches Problem hat wie ich, wir haben dann also telefoniert ähm und haben die Idee entwickelt hier ein
einen Online-Kurs zu entwickeln ähm und zwar kollabarativ, dass wir also ähm unsere Lehre quasi zusammenwerfen.
Ähm und sagen okay, Organisationsforschung statt jetzt einen allgemeinen Kurs zu machen, ähm switchen wir das Thema und fokussieren auf ähm Krisenmanagement, also etwas wo wozu natürlich die Organisationsforschung auch ähm äh etwas zu sagen hat
Wir machen das nicht nur zu zweit, sondern kontaktieren eben auch unsere äh weiteren Kolleginnen, von denen wir wissen, dass sie sehr aktiv auch zu dem Thema Krisenmanagement forschen oder
geforscht haben.
Ähm wir haben dann, ich sage gleich etwas mehr noch zu dem Prozess, ähm aber man sieht ja in der Zeitspanne, der Kurs stand dann letztlich Ende März. Also wir haben hier binnen weniger Woche einen komplett neuen Kurs und ein komplett neues Format aus dem
gestampft und das Ganze war eben auch möglich, weil in dieser Zeit ähm wirklich ja auch so so die Stimmung
sehr stark, äh zumindest bei vielen, noch in Richtung Experimentierfreudigkeit war, ne. Das äh das Ganze wurde als Chance gesehen ähm neue Formate auszuprobieren, ähnliche auch bei den wissenschaftlichen Konferenzen
und diesen Geist ähm haben wir sozusagen genutzt.
Haben dann auch bereits angefangen, dass es hier da eine Screenshot äh Lehrerfahrung zu sammeln, auch in einem offenen Dokument, auch in einem kollaborativen Ansatz. Mittlerweile ist das natürlich alles hinfällig.
Aber im März hatten wir das Gefühl, ist das noch wichtig hier Erfahrungen auch ganz basale Erfahrungen über was sind eigentlich geeignete Tools, was sind geeignete Formate zu teilen.
Ist entstanden? Ich habe hier ein paar.
Screenshots einfach dabei, damit ähm wir nicht switchen müssen. Sie können das Ganze aber einfach im im Web auch sich genauer anschauen. Also das Ganze hier ist eine eine Website.
Es ist eben ein kompletter Kurs entstanden mit diesem Themenfokus Organizing in Times of Crisis
der Kurs besteht, dass es hier unter diesem zu sehen aus zwölf Lerneinheiten und diese Lerneinheiten bestehen jeweils immer aus einer kurzen Vorlesung und verschiedenen ähm Lesematerialien und eben Aufgaben.
Wer hat mitgemacht? Wir waren am Ende ähm hier ein Team von von acht
Wissenschaftlerinnen, alles Organisationswissenschaftlerinnen aus der Betriebswirtschaftslehre. Ähm die eben zu unterschiedlichen Facetten des Krisenmanagements bereits
geforscht haben und dazu eben auch was.
Zu sagen haben. Leonard und ich haben sozusagen das Format entwickelt. Wir haben sehr klare Vorgaben gemacht darüber, was wir uns an an Zulieferung quasi erwarten. Wir haben auch die die Plattform aufgebaut
Und die Kolleginnen haben eben ihre Inhalte zugeliefert und haben selbst natürlich auch diesen Kurs dann an ihren Standorten eingesetzt. Also der Kurs wurde bislang eben an an den hier genannten
Universitäten auch schon mehrfach unterrichtet.
Kurz zum zum Prozess, also das war wirklich ähm sie haben's an der Zeitspanne gesehen, sehr sehr schneller Prozess
Kannst als Rapid Prototypen bezeichnen, denn als als wird was sehen wir's auch, also wirklich ein Prototyp, der alles andere als perfekt ist.
Derbe eben Potential bietet ähm auch weiterentwickelt zu werden und ich habe gleich auch noch einige Beispiele, wie das bereits auch schon erfolgt ist. Also wir hatten uns auf auf vier
Kundenprinzipien erstmal geeinigt ähm und haben die auch entsprechend an das Team dann kommuniziert. Also erstmal dieser Ansatz es ist kollaborativ und universitätsübergreifend. Das wird also eine zentrale
Plattform als Ressource bereitgestellt, die aber flexibel dezentral dann einsetzbar ist, weil wir natürlich unterschiedliche Kurs äh
Strukturen auch hatten. Also manche von uns haben sechs ECTS-Kurs unterrichtet, manche haben drei ECTS-Kurs unterrichtet, manche hat eine größere Studierendengruppen, manche kleinere und so weiter.
Ähm zweites Prinzip war, dass wir nur offene Lernressourcen verwenden, also wirklich eine offene lizenzierte
Texte auch als Lektüretexte ähm verwenden.
Damit diese auch entsprechend auf diese Plattform eingestellt werden können ohne rechtliche variieren.
Das dritte Prinzip war, dass wir uns zu dem Zeitpunkt für ein komplett asynchrones Lernformat entschieden hatten.
Ähm weil eben auch noch gar nicht absehbar war, wie wie stark jetzt auch unsere einzelnen Studierenden von der Coronakrise belastet.
Sein würden ähm und und somit wollten wir dadurch maximale Flexibilität ermöglichen. Und das vierte Prinzip ähm die die forschungsorientierte Lehre. Es ging uns hier wirklich darum zum einen natürlich wichtige Facetten des Krisenmanagements anzusprechen ähm und gleichzeitig aber auch
Forschungsextraktive der einzelnen Mitwirkenden hier wirklich in den Vordergrund zu stellen.
Wir haben dann den Prozess und die Inhalte sehr klar strukturiert vorgegeben, was natürlich auch einfach notwendig war in der Kürze der Zeit, ähm in der wir uns hier
ja Inhalte erwartet hatten. Also wir haben die Themen vorgegeben. Wir haben sehr klar gesagt, okay das sind die zwölf zwölf Lerneinheiten und ähm
Kollegin X aus Lüneburg, macht bitte diese zwei. Natürlich wissend, was, was, was hier ihre Forschungsthemen auch sind.
Wir haben für jede Lerneinheit eine ganz klare Struktur vorgegeben und auch eine ganz klare Struktur für die Acidments vorgegeben
haben haben auch die Deadlines natürlich sehr klar vorgegeben und haben dann zusätzlich noch äh Hinweise zu zu urheberrecht und lizenzierung
ähm einfach nochmal klar ausformuliert, weil die natürlich auch für das in in den Folien ähm Vorlesungsfolien verwendete Material gelten.
Technologisch haben wir das auch mehr oder weniger einfach selbst bestrickt
ähm unter der Nutzung offener Ressourcen mit Vor- und Nachteilen. Wir haben also hier eine Wordpress-Seite gekauft, haben wir auch selbst finanziert. Wir haben einen YouTube-Kanal ähm eröffnet und haben ganz stark mit Google Dogs gearbeitet als eben
offenes, offenes äh Tool, an dem auch mehrere Personen mitwirken können. Ähm natürlich
könnte man hier überlegen, inwieweit da Universitäten auch ähm vielleicht eigene Plattformen künftig zur Verfügung stellen könnten oder es diese womöglich auch schon gibt.
Kurz ein paar Einblicke. Also so sieht jetzt äh eine Lerneinheit aus. Die
Eben aus einer Leitfrage, ein bis zwei Leitfragen, also die vorgeben, was worum geht's in dieser Einheit? Ähm sie besteht aus einer aufgezeichneten Vorlesung im Umfang von circa zwanzig Minuten, also wirklich eine eine Kurzvorlesung. Ähm sie dann zwei Core-Readings, die eben
offen lizenziert, offen verfügbar sein müssen
einem aktuellen Newsartikel und einem das sogenannte was ist für jede Woche
ähm geben musste. Es gibt weitere Features, die dann auch noch im weiteren Prozess ganz wichtig waren. Ähm zum einen einen Blog
Da kann ich da auch gern gleich nochmal mehr dazu sagen, was wir da alles veröffentlicht haben. Äh und einige Dinge sind auch dann im Prozess entstanden. Also zum Beispiel hatte Leonard die Möglichkeit mit einem Unternehmer ein Interview zu führen.
Wie das Unternehmen mit der Krise.
Umgeht und hat dann auch dieses Interview wiederum auf der Plattform geteilt ähm und das das hat dann auch noch weitere Nachahmer gefunden, sodass wir wirklich auch hier universitätsübergreifend eine kollektive Ressource, Wissensressource quasi aufbauen konnten, indem diese Inhalte eben immer wieder geteilt wurden
und dann in den einzelnen Kursen wieder dezentral angesetzt werden konnten.
Ja, was ist das Besondere ähm auch für jetzt aus Sicht der Studierenden aus unserer Sicht? Also das eine ist natürlich, dass sie.
Fachwissen sich aneignen konnten, Grundkenntnisse zum zum Krisenmanagement. Das andere war dann schon so ein Effekt auf einer Metaebene
durch den Kurs und durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten des Krisenmanagements wurde letztlich auch eine Reflektionsmöglichkeit schaffen.
Sodass Studierende diese aktuelle Situation, die ja im März zwanzig20 noch hochgradig unsicher war, auch auf einer anderen Ebene nochmal reflektieren konnten.
Die die Aufgabenstellung waren immer so ausgerechnet gerichtet, dass quasi die theoretischen Lektüretexte
gemeinsam mit einem aktuellen äh Zeitungsartikel, also mit einem mit der aktuellen Entwicklung
verbunden werden mussten ne und das das war quasi der Kern der jeweiligen Simons wodurch Studierende dann auch methodisches Wissen aufgebaut haben. Also sie haben gelernt wie theoretische Konzepte.
Angewendet werden können auf neue empirische Phänomene und wie in diesem Zusammenspiel ähm dann auch eigene Forschungsfragen entwickelt.
Werden können, was was natürlich eine wichtige ähm Fähigkeit im im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens ist, was was die Studierenden auch lernen müssen.
Gleichzeitig eine didaktische und auch theoretische Vielfalt erlebt, dadurch dass eben ganz unterschiedliche äh Wissenschaftlerinnen hier
vorgetragen haben und die Module aufbereitet haben, sodass sie letztlich auch verstehen konnten, dass es eben auch in einer recht einheitlichen Wissenschaftscommunity, also betriebswirtschaftliche Organisationsforschung doch auch sehr unterschiedliche Perspektiven auf ein und dasselbe Thema gibt
Wir haben auch zu einem gewissen Grad, das ist sicherlich was, was man auch noch stärker nutzen kann, ein Universitätsübergreifenden Austausch angeregt.
Ein wechselseitiges Lernen voneinander beispielsweise indem wir auch einige Essays und Designs dann wieder über dem Blog gepostet haben.
Und wir haben in dieser Situation maximale Flexibilität ermöglicht eben durch diese ganz radikale Asynchronität.
Auf einer übergeordneten Ebene ähm das ist hier aus einem Interview die Quelle ist hinten auf den Folien nochmal zu finden ähm dass Leonard und ich gegeben haben
weil der Kurs dann auch mit einem Preis ähm gekrönt wurde ähm denken wir, dass es wichtig war zu zeigen und das passt jetzt vielleicht auch ganz gut zu dieser ähm Serie, dass dass
Wir als Organisationswissenschaftler auch etwas zu dieser Krisensituation zu sagen haben. Ähm die die Stimme der Organisationsforschung
Auch der Soziologie generell ist ist ja verhältnismäßig leise ähm in in auch in dem Öffentlichen Diskurs und hier war's uns wichtig ähm dass Studierende auch verstehen können, dass eben Organisationen so abstrakter Begriff erstmal ist.
In so einer Krisensituation auch in ganz unterschiedlichen Rollen und Facetten eine eine wichtige Rolle spielt.
Was war das Feedback? Ähm auch das haben wir wiederum untereinander geteilt natürlich anonym und auch wieder in dem Blogpost ähm darüber reflektiert, also auch
eigenen Erfahrungen damit wieder offen bereitgestellt. Ähm die Studierenden haben das größtenteils eben sehr positiv wahrgenommen, dass dass dass wir hier einen Kurs hatten, der wirklich nicht zu dem Zeitgeist, zu der aktuellen Lage passte und ähm haben diese diese Diversität der Lehrenden
auch sehr wertgeschätzt ähm
natürlich gab's auch Kritikpunkte einigen war's zu theoretisch, vor allem eben weil das Thema Krisenmanagement sehr neu war und natürlich die Vorlesungseinheiten recht kurz waren, sodass es wenig Erklärungen von von Seiten der Lehrenden gab und die radikale Asylchronität ähm hat auch einigen zwar gut gepasst, aber
für für andere war das ähm war das zu wenig Interaktion und das würden wir selbst auch so unterstreichen. Interessanterweise gab's kaum Feedback zu dem Blog und zu den extra Inhalten, die wir bereitgestellt haben ähm obwohl wir eigentlich das Gefühl hatten, dass gerade da so ein besonderer Mehrwert.
Drinsteckt dann. Zum Abschluss nochmal kurz ein Ausblick, auf das können Sie sich im Web ähm genauer anschauen zu zu Weiterentwicklung. Also wir Sie sehen hier links
einen Kurs, der letztlich, das sieht man schon am Format, ähm genau dieses Format genommen hat, diesen Prototyp ihn weiterentwickelt hat, auch schon verbessert hat, ähm wenn man sich das durchschaut, sieht man, dass diese Seite schon viel professioneller aufgebaut ist
das hat eine Kollegin Hannah Trittin von der Universität Lüneburg initiiert die eben auch bei uns im Kurs mitgemacht hat.
Und hier gemeinsam mit der Kopenhagen Business School.
Ein wirklich auch internationalen Kurs auf die Beine gestellt hat und hier rechts sehen Sie eine andere Plattform
ähm die ich mit initiiert habe
nochmal offener ist. Da geht's nicht um einen konkreten Kurs, aber trotzdem eine offene Plattform in der unterschiedlichste auch Lernressourcen zum Thema
nachhaltige Transformation zur Verfügung gestellt.
Die aber bislang deutlich weniger genutzt wird, eben wahrscheinlich weil es viel offener und und unfokussierter ist als jetzt ein konkreter Kurs, der auch konkret ähm ähm eingesetzt wird in der Lehre.
Ja es gibt so ein paar Reflexionspunkte, auf die ich vielleicht dann einfach aus Zeitgründen ähm eher in der Diskussion auch noch genauer eingehe. Es gibt
äh so Sachen wie eine Versionierung, über die wir uns ursprünglich keine Gedanken gemacht haben, was jetzt aber wichtig wäre eigentlich zu haben, weil beispielsweise die Zeitungsartikel und teilweise die Fragestellung sich
angepasst haben die Nutzung des Blogs, die Synchronisität, das habe ich gerade schon erwähnt. Also es gibt so ein paar Sachen, die wir jetzt vielleicht anders machen
würden oder über dies zumindest sich lohnt auch noch mal nachzudenken.
Michelle Boden
Dann vielen Dank für den Vortrag und dann würde ich auch direkt starten ähm und erstmal.
Ähm genau in dem, was sie besser machen könnten oder verändern würden, tatsächlich auch anfangen. Ähm ich hatte mir als Frage notiert, äh sie sind ja ein bisschen darauf eingegangen, dass die Studierenden ähm.
Auch die Diskussion untereinander durch die A-Synchronität nicht so sehr hatten, aber bei den Gruppen ist Heinz die hatten. Wie war das denn dann unter den Gruppen untereinander? Weil man war ja dann in einer festen Gruppe, aber war man dann auch irgendwie in
eine Art Seminarkontext dann trotzdem noch oder wie das in Zukunft aussehen könnte.
Elke Schüßler
Also das wurde ähm auch schon sehr unterschiedlich gehandhabt von den einzelnen ähm Personen an den einzelnen Standorten. Also die Kollegin in Lüneburg
Beispielsweise hatten sehr viel stärker synchrones Format ähm trotzdem von Anfang an schon gehabt und hat ähm das wirklich quasi in einfach virtuellen Seminaren diskutiert
Leonard und ich hatten diese asynchronität quasi durchgezogen, weil wir das auch ähm eben mal probieren wollten
Und ähm da war es so, dass dass die Asienments die Gruppen-Signments auch über so ein Google Doc ähm erledigt werden mussten. Also wir haben die Gruppen zugeteilt. Es gab auch
unterschiedliche Gruppen. Die Studierenden mussten zwei Simons machen in unserem Fall dann in unterschiedlichen Gruppen auch teilweise und ähm die mussten sich dann zusammen telefonieren und schon auch recht intensiv diskutieren
die es sein und zwar so aufgebaut, dass letztlich Fragen von allen Studierenden zu den Texten gesammelt wurden und zu den Themen und die jeweiligen Gruppe musste das dann
die zu diese Fragen kommentieren.
Und wir als Lehrende sind dann auch in dieses Google Doc mit eingestiegen. Also wir haben dann quasi eine schriftliche Diskussion, einen schriftlichen Austausch gehabt, was äh für alle Seiten sehr mühsam war. Ähm und äh wie gesagt, also da.
Würden wir doch empfehlen, da stärker ähm synchrone Austauschformate zu machen, wobei wir das auch angeboten haben und äh das Angebot dann nicht genutzt wurde, weil die Studierenden eben auch trotzdem
selbst überfordert waren in dieser Situation. Also das macht wahrscheinlich ja
Das war wiederum äh an der Viatrina Universität. Der Kollege, der hat eh schon immer so eine ganz offene Lehre, also Studierende müssen lesen und können dann quasi in in
offenes Austauschseminar kommen, wie waren das sozusagen gewohnt und er hat da auch regelmäßig einfach so eine virtuelle Kaffeestunde oder angeboten, wo dann die Studierenden eben kamen und über diese Texte diskutiert haben.
Da ist eben ganz viel möglich.
Michelle Boden
Im Chat kam die Frage, ob sie noch mal etwas zu den Organisatorischen Voraussetzungen des Kurses sagen könnten. Zum Beispiel wie die.
Ob es Unterstützung seitens der jeweiligen Universitäten gab oder ob das sich eher als schwierig gestaltet hat einen Kurs an unterschiedlichen Universitäten zu lernen.
Elke Schüßler
Unterstützung haben wir nicht angesucht und und deshalb gab's doch nicht nicht zuletzt aufgrund auch dieser dieser kurzen Zeit, also das war wirklich, wir haben das beschlossen und der innerhalb von einer Woche quasi ähm auch aus dem Boden bestampft.
Diese Tools, Wordpress YouTube, Google, das ist
Also ja das das die haben halt die haben natürlich Vor- und Nachteile. Es sind diese großen Plattformanbieter. Denke die Kritik an an denen ist bekannt und hier
fände ich's eigentlich schon gut, wenn's letztlich Eigentums gibt oder auch das Web-Posting, ne? Das haben.
Kostet natürlich nicht viel. Zahlen wird's einfach, aber auch das ist letztlich ja keine skalierbare Lösung, dass jetzt alle Lehrenden selbst da quasi ähm Domains kaufen und so weiter.
Aber ich kann mir vorstellen, dass mit ein bisschen zeitvoll auf die Universitäten da auch entsprechend Unterstützung anbieten würden.
Michelle Boden
Dann kam im Chat auch noch die Frage, woran es ähm denn liegen könnte, dass solche Ansätze wie der Ire sich auf Einzelprojekte meistens beschränken und auch noch nicht in so großer Bandbreite gegeben sind an Universitäten.
Und ob sie vielleicht ähm eine Chance sehen, dass sich das vielleicht durchsetzt in Zukunft.
Elke Schüßler
Ja also ich persönlich fand war sehr begeistert von dem
eben aus den genannten Gründen, die ich gesagt habe. Also diese diese Möglichkeit wirklich zu sagen, okay, ich weiß, der Kollege Geiger aus Hamburg war grade in ähm Uganda und hat zu Ebola geforscht. Ethnographisch, zwei Jahre lang. Also er er hat da
Forschung, wie Underground quasi mit Krisengesundheitskrisen noch dazu umgegangen wird. Der Kollege hat ein Projekt
zur Feuerwehr und Feuerwehr einsetzen und ähm in Krisen äh Kriseneinsätze und diese Möglichkeit zu haben, nicht nur
Ich würde das, wenn ich eine Selbst unterrichten würde, einfach natürlich ihre Texte nehmen und die die zu diskutieren, aber hier die Möglichkeit zu haben, die Autoren direkt mit ihrer eigenen Stimme
im Klassenzimmer zu haben, ähm ohne dass man jetzt groß Flüge und Reisetätigkeit organisieren muss, finde ich wahnsinnig bereichernd, selbsterklärende und und auch für die Studierenden. Und.
Ich persönlich habe schon vor, ähm wenn es geht, dieses Format weiter zu nutzen.
Natürlich hat sich das hier angeboten, dass es auch so ein Thema war, was an vielen Standorten plötzlich relevant war. Also das ist natürlich das eine, man muss dann schauen, welche anderen Themen gibt's denn.
Wo man überhaupt so ein Netzwerk an Wissenschaftler bin auch zusammen bekommt, die sagen okay wir haben eine zeitgleich was ganz ehrliches, was wir unterrichten wollen.
Ähm und ansonsten sehe ich da eigentlich keinen Hinderungsgrund. Natürlich schwebt immer auch so die Gefahr, warum na ja schaffen wir uns dadurch selbst ab, ne, auch durch diese waren jetzt alles einfach offline ist, brauchen wir eigentlich gar keine Lehrenden mehr einzustellen
ähm und da da muss man natürlich ganz stark ähm entgegenwirken, auch argumentativ. Also auch dieser Kurs unterrichtet sich nicht selbst. Die Ressourcen stehen im Netz. Die Ressourcen wurden kollaborativ aufgebaut
Aber der Kurs muss unterrichtet werden ähm und der Kurs muss auch in
sei es Synchron oder asynchron oder virtuell oder im Klassenzimmer, ähm muss unterrichtet werden, muss diskutiert werden. Ähm die ist rein und es müssen reflektiert werden und so weiter und so fort. Also das das ist, denke ich, auch noch mal ganz wichtig, ähm das einfach immer wieder zu betonen und dann auch die Angst zu nehmen davor.
Michelle Boden
Im Chat kam auch noch die Frage, ähm inwiefern man den Studierenden ähm bei der technischen oder organisatorischen
den Unterstützungsmöglichkeiten helfen konnte, dass ich ja gezeigt hat in der Pandemie, dass viele Studierende gar nicht die technischen Voraussetzungen hatten, um so einen Kurs überhaupt
besuchen zu können.
Elke Schüßler
War jetzt bei unseren Kursen kein Problem. Ähm
also sie mussten ja letztlich nur ein Internetanschluss haben, sodass sie diese Videos anschauen konnten, die Texte runterladen konnten, das müssen sie aber im regulären Studium ja eh schon, also sie müssen auf eine Datenbank gehen und und sich einen Text herunterladen und das Internet
nutzen auch alle Studierenden, glaube ich ähm und das Einzige, was vielleicht neu war, war war das Google Docs, ähm was jetzt aber für meine Studierenden in dem Falle auch nicht neu war. Die kannten das schon.
Und insofern.
Gab's da jetzt keinen Bedarf, große Unterstützung zu leisten? Es gab eher mal Bedarf, Unterstützung zu leisten. Natürlich im Umgang mit dieser Situation und äh für einige war das sehr schwierig in der Isolation zu arbeiten und zu lernen ähm und und
Da war's eher wichtig ähm jetzt abseits von dem Kurs einfach ähm Rücksprachemöglichkeiten zu schaffen und und immer mal wieder zu checken, wie's dein Stückchen geht.
Michelle Boden
Dann hatten sie ja schon angemerkt, dass sie sich in der Gruppe ähm.
Gegenseitig über das Feedback der Studierenden ausgetauscht haben. Ähm dann werden Sie ja wahrscheinlich auch darüber gesprochen haben, wie das für Sie als Lehrende so war, der Kurs und ähm
die Frage, ob.
Äh also weil das ja ein sehr aktuelles Thema war, ob über die Zeit dann auch Anpassungen am Kurs vorgenommen worden sind beispielsweise, dass man noch neue Texte hinzugefügt hat oder Ähnliches.
Elke Schüßler
Genau, das ist eben dieses Thema mit der Versionierung. Also da da ist so die Frage, das diskutiere ich auch gerade noch mit. Leonard macht es.
Spinnen das auch auf der Plattform zu machen. Ich meine, das ist natürlich bislang Erfolg. Der Kurs wird immer noch auch unterrichtet, ähm aber es ist
Alle unsere Materialien, also auch das Sula-Bus, auch die Vorlesungslikes, die sind alle offen verfü.
Inbearbeitbarer Form. Also was die Kollegin eh schon von Anfang an gemacht haben und jetzt natürlich auch machen können ist sich das runterladen
und dann in der Datei die Texte austauschen, ne? Die Zeitungsartikel aktualisieren.
Und und das passiert auch. Das ist aber in der Form jetzt nicht mehr auf der Online-Plattform verfügbar und eigentlich wäre das schön, das zu haben, dass wir sagen, okay, wir schieben das jetzt quasi in in Archiv und machen eine upgedatete Version mit beispielsweise upgedateten Zeitungsartikeln oder auch anderen Texten.
Michelle Boden
Dann ähm hatte ich mir noch als Frage notiert, ähm ob
jetzt sozusagen die Lehre vor einer neuen Herausforderung steht im Hinblick auf hybride Leere und wie man ein solches Format auch in hybrider Lehre
beispielsweise umsetzen könnte oder wie man bei hybrider Lehre generell garantieren kann, dass
Die Leute, die vor Ort sind, genauso daran partizipieren können wie die, die zu Hause sitzen.
Elke Schüßler
Ja, also für hybride Lehrer eignet sich das Format natürlich besonders gut, weil es zum einen natürlich so konzipiert ist, dass es rein asynchron
verarbeitet werden kann, gleichzeitig aber nicht aus Sekunden verarbeitet werden muss. Also man kann das nehmen und also so haben wir beispielsweise Hybride leer gemacht, dass wir die Studierendengruppen
gemischt haben, ne? Mal kam die eine Gruppe und die andere hat zu Hause gearbeitet und umgekehrt und und so könnte man das natürlich ganz gut äh machen, dass man sagt okay in der einen Woche macht die eine Gruppe das halt asynchron und die anderen im Klassenraum und in der nächsten Woche ist es umgekehrt beispielsweise. Ähm oder
wenn es fixe Gruppen sind, die einen, die immer kommen, die anderen, die aus Betreuungsgründen oder ähnlichen immer zu Hause sind, müsste man dann eben zweigleisig fahren. Dass die einen, die es einem ins asynchron machen und die anderen
Synchron im Klassenraum. Also das ist eben das Schöne daran, dass es sehr, sehr flexibel ist.
Michelle Boden
Vielleicht als abschließende Frage. Ähm.
Nochmal ein bisschen vom Kurs weg. Auf Twitter hatte ich damals gesehen, dass ganz viele ähm Lehrende auch ihre Syllogie einfach geteilt haben.
Inwiefern so was nicht auch von Vorteil wäre. Also man muss ja nicht unbedingt die ganze Veranstaltung ähm teilen und hochladen, aber schon untereinander die einzelnen Syllerbie auszutauschen würde ja helfen, wie sie das
sehen.
Elke Schüßler
Absolut, ja. Ähm das ist was, was wir mit dieser Utopia-Plattform auch ähm versucht haben, einfach zu sagen okay Leute, schickt uns unsere.
Wir können die auf die Plattform einstellen, um eine Ressource zu schaffen, um es den Lehrenden leichter zu machen und nicht jeden dann auch noch den Druck zu machen, alles zu digitalisieren in kurzer Zeit, alles neu auszuarbeiten und da war eben die Idee
können geteilt werden. Vorlesungen können geteilt werden, auch kurze Talks. Also es gibt ja mittlerweile so viele im Netz, dass Autorinnen
Ihre Texte vorstellen beispielsweise und wenn diese Texte Lesestoff sind für einen Kurs, ist es natürlich super für für die Studierenden, wenn sie dann auch wieder die Stimme des Autors, der Autorin hören können in so einem Video und und die Idee.
War einfach so eine Plattform zu schaffen, wo möglichst viel eben wieder zu einem Thema ähm offene Lernressourcen zur Verfügung gestellt werden sollst. Als Topf, aus dem sich dann ein.
Können. Also ich bin ein großer Fan davon.
Michelle Boden
Das war der Vortrag, den Elke Schussler in unserem digitalen Kolloquium am 19. Januar gehalten hat. Wir hoffen, dass Sie ein paar Anregungen mit.
Wenn Sie mögen, dann abonnieren und teilen Sie doch gerne den Podcast. Folgen Sie uns außerdem auf Twitter unter at Coronaschutz. Wir danken fürs Zuhören. Bis zum nächsten.