Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise – coronasoziologie.blog.wzb.eu

Transkript: Martin Ehlert: Bildungsverläufe in der Pandemie: Herausforderungen bei der Datenerhebung im Nationalen Bildungspanel (NEPS) und erste Ergebnisse

ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen.


Michelle Boden
Und damit herzlich willkommen zur neuen Ausgabe unseres Podcasts zu soziologischen Perspektiven auf die Coronakrise.
Mein Name ist Michelle Boden. Ich bin studentische Mitarbeiterin im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Am 2. Februar hielt Martin Ehlert einen Vortrag mit dem Titel.
Verläufe in der Pandemie. Herausforderungen bei der Datenerhebung im nationalen Bildungspanel, kurz Snaps und erste Ergebnisse. In seinem Beitrag gibt Martin Ehlert Einblicke in die Erhebung des nationalen Bildungspanels.
Er reflektiert die Herausforderungen, die bei der kurzfristigen Fragebogenentwicklung entstanden sind und zeigt erste Ergebnisse zu Bildungsverläufen und sozialer Ungleichheit in der Pandemie.
Martin Ehlert ist Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Bildung und Digitalisierung an der freien Universität Berlin und leitet die Forschungsgruppe nationales Bildungspanel.
Berufsbildung und lebenslanges Lernen am WZB. Und nun viel Spaß mit dem Vortrag.
Martin Ehlert
Ähm ich freue mich sehr darüber, dass ich hier jetzt erneut äh einen Vortrag ähm über unsere Forschung im Rahmen des nationalen Bildungspanels, des Nabs äh halten kann
Und äh in diesem Vortrag äh möchte ich nun einmal etwas allgemeiner über die Arbeit äh im Rahmen des Nabs während der Pandemie sprechen. Ähm ich möchte
Insbesondere auch auf die Herausforderungen ähm denen wir begegnet sind in der Datenerhebung eingeben.
Aber auch ein bisschen über das Potential der Daten sprechen und auch äh etwas äh ein paar Ergebnisse auch schon
präsentieren hier an dieser Stelle.
Das Thema Bildung ähm war natürlich schon von Anfang an der äh Pandemie zentral, wenn wir über die Auswirkungen der Pandemie äh gesprochen haben.
Wir konnten ja alle beobachten, wie die Kontaktbeschränkungen und Schließung von Bildungsstätten ab März äh 2tausendzwanzig
äh Lern- und Lehrangebotes, äh die Lernangebote für alle Altersgruppen äh von Kindergartenkindern bis hin ähm zu Rentnerinnen an äh an Volkshochschulen beispielsweise einschränken.
Und schnell wurden dann sehr viele Hypothesen.
Aufgestellt. Darüber ähm was die kurz und langfristigen Auswirkungen der Pandemie
auf ähm Bildung und Bildungsträge, Bildungs-Outcoms sein könnte.
Hier sei zum Beispiel zu nennen, dass äh darüber aufgestellt wurden natürlich, dass die Kompetenzentwicklung von äh Kindern, äh Schülerinnen und Schülern äh natürlich darunter leiden könnte
Es wurden Hypothesen darüber aufgestellt, dass Bildung jetzt digitaler wird äh und was das wiederum dann für Auswirkungen hat auf ähm alle möglichen Bildungsoutcoms.
Es wurden aber auch Hypothesen darüber aufgestellt, dass sich Bildungserträge
verändern. Beispielsweise dadurch, dass sich der Arbeitsmarkt verändert und jetzt andere
Fähigkeiten und auch vielleicht andere Abschlüsse ähm wichtig äh werden
Ähm und äh und das ist äh ein Thema, was mir auch besonders am Herzen liegt, es wurden viele Hypothesen äh aufgestellt darüber, wie die Pandemie nun eigentlich soziale Ungleichheiten.
Vergrößern kann
ähm aber auch vielleicht verändern kann, indem in der Hinsicht, dass äh vielleicht andere Gruppen, äh als die wir sonst im Blick haben, nun äh stärker äh ins Hintertreffen geraten.
Wirklich überprüfen lassen sich diese Hypothesen natürlich nur mit Daten über die betroffenen Individuen ähm
Und äh dabei ist es natürlich noch schöner, wenn man äh in seinen Daten ein Vorher- und Nachher-Vergleich machen kann.
Und noch besser ist es natürlich, wenn man die Personen selbst dann durch die Pandemie durchbegleiten kann, also wirklich Befragung vorher und nachher mit denselben Personen machen kann. Wie wir es eben
äh in einer Panelstudie machen können.
Und äh da ist es natürlich eine äh ganz äh super Sache, dass man ein laufendes Panel hat, ähm wie wir äh im nationalen Bildungspanel ähm und äh auch ein sehr komplizierten Aufbau, wie man hier in dieser Grafik sieht
der viele äh Altersgruppen
ab äh deckt. Ähm ich möchte, dass diese etwas komplizierte Grafik hier einmal äh ganz kurz vorstellen. Die ist nämlich gar nicht so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick aussieht.
Sie zeigt unser das was wir das Multikohortensequenzdesign des Naps nennen.
Und äh das etwas komplizierte Wort heißt eigentlich nur, dass wir äh verschiedene vor etwa zehn Jahren verschiedene äh Kohorten gezogen haben von ähm.
Äh also verschiedene Personen in bestimmten Alters äh Gruppen damals oder aber auch sozusagen in verschiedene institutionellen
Startgruppen als Kohorte definiert haben und diese ähm Personen haben wir dann über die Zeit äh Jahr für Jahr immer und immer wieder befragt. Ähm.
Wir haben also momentan sechs Alters äh Kohorten
Ähm wobei Alterscode nicht ganz richtig ist, wie ich eben schon gesagt habe, sind äh die Korden sind unterschiedlich definiert ähm und zwar Staaten von der äh SC1, der Startbaute eins, wo wir tatsächlich Neugeborene im Jahr 2012 äh zum ersten Mal befragt haben und dann weiterverfolgt haben
über SC 2 Kindergartenkinder.
SC drei, die fünfte Klasse, SC vier neunte Klasse, in der SC fünf ähm Studienanfängerin und in der Startkoh-Hotte sechs dann schließlich Erwachsene im Alter zwischen 23 und 64.
Von äh etwas mehr als 10 Jahren angefangen.
Und dann immer weiter verfolgt äh durch die verschiedenen ähm Stadien, die äh der Bildungskarriere, die ähm.
Dann eben anstehen in den jeweiligen Jahren
Wir haben also regelmäßige Befragungen durchgeführt äh und die in verschiedenen Modi auch durchgeführt. Äh zum einen im Klassenraum bei Schülerinnen und Schülern vor allen Dingen äh aber auch äh im Haushalt, also.
Tatsächlich äh die ähm
äh Interviewerin sind dort auch ähm äh oft in Haushalte gegangen, aber auch am Telefon und im Internet eben auch.
Ähm diese ganze Studie wird äh in einem großen, deutschlandweiten Netzwerk entwickelt, wo
Unterschiedliche Kompetenzen zu den unterschiedlichen äh Bildungsbereichen zusammenkommen. Also wir äh haben ähm Forscherinnen und Forscher äh von Kindergartenalter bis hin zum späten Erwachsenenalter hier an unterschiedlichen Orten von Tier bis München, von
äh Leipzig bis Mannheim äh in Deutschland verteilt sitzen und das Ganze wird koordiniert äh vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg.
Die Daten, die wir heben, sind dann am Ende als Scientific Use Fire für die Scientific-Community äh verfügbar und können dementsprechend dann auch analysiert werden von allen interessierten Forscherinnen und Forschern.
So, jetzt haben wir dieses Panel und äh was war dann sozusagen die Situation vor der Pandemie, um mal so ein bisschen das äh Potential der Daten ähm zu verstehen äh für die Erforschung
Der Pandemiefolgen.
Ähm in dieser Startkurve eins, den ehemaligen Kita-Kindern ähm waren die Kinder inzwischen etwa acht Jahre alt im Februar 2020 und in der zweiten Klasse. Gleichzeitig ähm haben wir da auch die Eltern noch äh im Panel gehabt.
Und äh und das ist äh interessant waren wir im Februar 2020 da grad mitten im Feld. Da war äh lief grad eine Studie.
In der Startkohorte zwei waren das dann Kinder im Alter von etwa 13 Jahren in der 8 Klasse und die Eltern. Startkorte drei die ehemaligen Fünftklässler waren 21 inzwischen. Die Startgauke vier inzwischen 25.
Die Uniampfänger
Ähm äh war inzwischen ähm zum größten Teil in den Arbeitsmarkt eingetreten, weil das ja schon zehn Jahre nach dem Studienbeginn war.
Und unsere Erwachsenen sind äh von äh dem Alter zwanzig bis sechzig inzwischen auf das Alter von dreiunddreißig bis vierundsiebzig
älter geworden. Das ist also der Stand bevor die Pandemie losging und nun waren wir also wie wir alle so ein bisschen.
Dann mit ganz viel Neuland äh konfrontiert. Als dann tatsächlich das Virus äh sich auch in Deutschland verbreitet hat und dann ab März äh relativ stark klar war, okay hier passiert jetzt richtig was.
Unser erstes großes Problem war natürlich, dass wir mit der Startkarotte eins mitten im Feld waren und unser Erhebungs
Institut ähm hat dann auch sehr schnell ähm reagiert. Es wurden zuerst Hygienekonzepte entwickelt, aber dann wurde äh relativ klar, dass wir nicht.
Ähm weiterhin in die Haushalte
gehen können, was in der RSC1 eben in zu diesem Zeitpunkt der Fall war. Also es sollten tatsächlich hier die Kinder in den Haushalten ähm Fragebögen beantworten und Kompetenztests beantworten.
Ähm da haben wir dann das Feld gestoppt und dann überlegt, wie können wir das sozusagen rüberretten und hier ähm.
Ein äh äh die Daten weiter erheben, aber zunächst im März mussten wir damit aufhören und konnten erst im Sommer dann äh mit einem etwas anderen Modi weiter äh Modus weitermachen
Dann haben wir aber auch sehr schnell angefangen, die zukünftige Erhebungsarbeit zu planen. Wir mussten also überlegen,
Können wir unter diesen Umständen jetzt ähm weiterhin unsere Befragungen durchführen, also bis persönliche Befragung, Schulbefragungen werden erst mal sehr schwierig werden. Wir müssen viel umstellen auf äh Telefoninterviews, auf äh Web-Interviews.
Wir ähm haben dann auch und das ist auch äh beim äh ein äh relativ äh
ein ein Ding, was wir angehen mussten. Es ist ein Netzwerk, was sehr äh auch auf persönlichen Treffen basiert hat. Wir sind alle sehr häufig nach Bamberg gefahren. Was wir dann auch nicht mehr machen konnten und wir mussten sehr schnell unsere Zusammenarbeit eben.
Das auch alle hier ähm wahrscheinlich miterlebt haben und auch in diesem Kolloquium machen auf Videokonferenzen umstellen. Ähm und äh
Wir haben dann angefangen ähm zu überlegen, wie können wir eigentlich unsere Studien und das Nebs so erweitern,
wir die Folgen der Pandemie auch äh vernünftig abbilden können und das auch zukünftige Vorschritten und Forscher hier schauen können, was was waren eigentlich die äh Folgen von.
Corona für Bildungsverläufe. Und hier bei diesen
Planung der Studien weiß insbesondere wichtig zu schauen, zum einen, welche Themen
ähm werden auch langer Frist längerfristig wichtig sein. Also wir saßen da im März, April 2020 und mussten also schauen, was ist hier, was sind hier Themen, die auch noch ähm später
im Jahr oder im nächsten Jahr von Relevant sein könnten, äh der Hintergrund dessen ist, dass wir ähm immer sehr langen Vorlauf haben. In den meisten Fällen bevor wir.
Unseren Studien äh ins Feld gehen und wir haben auch relativ lange Feldzeiten, in äh in denen wir versuchen, diese ganzen Panel-Teilnehmerinnen zu erreichen. Also es sind mehrere Monate.
Sodass wir auch wirklich schauen mussten, also was ist nicht nur jetzt aktuell, sondern was ist auch noch zukünftig?
Tatsächlich äh in diesem Corona-Team, die uns grade umtreiben, äh aktuell und dann waren natürlich die große Frage
äh was haben wir denn eigentlich schon in unserem regulären Befragungsprogramm drin
Um die Folgen der Pandemie abzuschätzen, also wir erheben ja Kompetenzen, wir erheben die Arbeitsmarktbeteiligung ähm je nachdem äh je nach Altersgruppe
Aber was wir eben nicht äh
erhoben haben, ähm sind sozusagen diese diese kleinen, neuen Dinge, die jetzt passiert, werden zum Beispiel keine Frage zu Homeoffice. Wir hatten äh natürlich keine Frage zum ähm.
Zum Homeschooling äh drin und um diese Mechanismen, die also sozusagen die Pandemie dann mit den Outcoms verbindet.
Abgreifen zu können, mussten wir dann relativ schnell äh neue Fragen entwickeln und ähm hier können wir dann eben auf diese Stärke dieses Netzwerks bauen. Ähm da wir haben eben sehr schnell greifbar äh Expertinnen.
Und Experten für alle Bildungsetappen, die ähm im Lebensverlauf vorkommen äh und haben uns dann
zusammentelefoniert in vielen Videokonferenzen ähm für die Überstunden geschoben, um dann eben ein Programm zu entwickeln von Fragen, die hier wirklich
äh mit dem wir das auch wirklich dann äh abgreifen können.
Wir haben dann äh gesagt, okay wir brauchen ähm zum einen wir wollen verschiedene
zusätzliche Erhebungen machen, zum einen ähm wollen wir direkt gleich äh während des ersten Lockdowns eine Onlinebefragung machen
Im äh Mai, Juni zwanzig zwanzig ähm in der Startkorte zwei bis sechs. Die Startkorte eins war ja wie gesagt grad noch im Feld und da
wurde sozusagen die Feldaufnahme dann mit Coronafragen verbunden, aber diese Online-Befragung
Da haben wir sehr schnell Eltern bis Mai ähm ein äh gemeinsames äh Internetinstrument äh Web äh Serviceinstrument entwickelt von etwa zehn Minuten und waren dann äh von Mitte Mai bis Mitte Juni im Feld und haben äh immerhin Rücklaufquoten pro Startkohorte.
Etwa 20 bis 30 Prozent. Das ist jetzt natürlich nicht viel, aber dafür, dass wir auch eine relativ kurze Ansprache hatten der Person war das schon ganz gut und äh das der Vorteil eben dieser Daten ist, dass wir relativ viel über die Person wissen, sodass wir auch Gewichte
können, ähm um diesen Ausfall dann äh halbwegs auszugleichen.
Diese Daten äh ein äh mit sehr interessanten Informationen zu der Situation dann im Mai, Juni zwanzig zwanzig sind seit zweitausendeinundzwanzig im Scientific Use File auch verfügbar.
Dann äh haben wir äh Zusatzmodule in den ähm regulären Erhebungen eingeführt
und äh da ähm globale Inhalte zu Corona, aber auch gehortetesspezifische Inhalte, auch retrospektiv über die Jahre und hier werden die Daten ähm Ende zweiundzwanzig äh verfügbar sein von der Welle 2021.
Und es gibt so noch eine Add-on-Studie, aber mit Blick auf die Zeit äh rede ich vielleicht darüber nicht mehr so viel.
Da kann ich wenn's da Nachfragen gibt zu SC zwei gibt's noch eine App on Studie. Um kurz einmal noch äh schnell die Vor- und Nachteile des Snaps ähm zu reflektieren.
Also wir haben dem diese Daten zu dem Bildungsverläufen im Längsschnitt, die äh uns helfen, dass äh besser zu verstehen. Ähm diese Fragestellung. Wir haben auch zu den Personen viele Informationen.
Und äh wir konnten diese Person auch relativ leicht erreichen, weil sie eben regulär in unserem Panel drin sind und wir konnten sehr schnell die Items äh auch entwickeln durch die breite Expertise im Netzwerk.
Die Nachteile sind natürlich, dass wir im langlaufenden Panel relativ selektive Stichproben haben. Also wir haben selektive Panelausfälle über die Jahre und es gibt bestimmte Gruppen, meistens höhergebildete, die immer wieder teilnehmen, sodass wir da natürlich nicht die gesamte Bevölkerung äh.
Drin haben. Ähm so optimal ab
gedeckt. Ähm wir haben einige wichtige Übergänge tatsächlich nicht abgedeckt, weil wir gerade im Bereich Schule äh sehr dünn waren zu dem Zeitpunkt, als die Pandemie angefangen hat. Also wir haben zum Beispiel keine Abiturientinnen oder
äh Schülerinnen und Schüler, die vorm Abitur standen und wir hatten auch, wir waren auch gar nicht in den Schulen drin
der Pandemie, wir hatten keine Schulbefragung. Da kam die Pandemie für das Neps so ein bisschen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, muss man sagen.
Ich würde jetzt tatsächlich mit Blick auf die Zeit, damit wir noch Zeit für Nachfragen haben. Die äh Ergebnisse kurz
springen ähm würde nur kurz sagen, was wir da aus der Pandemie mitnehmen, ist, dass wir die Zusammenarbeit im Netzwerk sehr stark digitalisiert haben und jetzt auch immer noch mal schauen, ob wir tatsächlich äh auch in Zukunft wahrscheinlich noch, ob wir nach Bamberg fahren oder ob wir das nicht auch als Videokonferenz machen können. Wir haben neue, dauerhafte Inhalte, die wir im
äh in der im Panel auch ähm
jetzt dauerhaft abfragen wollen zum digitalen Lernen, zum Homeoffice zum Beispiel und wir haben natürlich einen reichen Datenschatz zur Analyse von langfristiger Folgen
der Pandemie auf Bildungsverläufe und äh hier ähm ist äh ähm das Angebot natürlich da äh jeder und jede, die sich dafür interessiert äh von den Zuhörerinnen hier, kann äh ist natürlich gern eingeladen ähm sich bei mir zu melden und äh dann können wir schauen, wie.
Und ich kenne auch gern dabei helfen, dass ähm äh die Daten dann
äh zu erklären. An der Stelle äh vielen Dank für unsere Aufmerksamkeit und der Hinweis auf die Webseite des Liftby, äh wo äh Ergebnisse der Corona-Forschung auf.
Geführt sind.
Michelle Boden
Dann vielen Dank für den Vortrag.
Ich würde mit einer allgemeinen Frage starten, die im Chat aufkam mit Blick auf das Forschungsfeld insgesamt. Steht das Neps dort gut da.
Ähm im Sinne von hatten andere Projekte größere Probleme, weil das Neps ja auch ziemlich früh äh in die Befragung gegangen ist.
Martin Ehlert
Es ist ähm es ist eine schwierige zu beantwortende Frage. Also ich glaube, wir haben sehr viele ähm Studien in in Deutschland gesehen und sehr viele Sozialforscherinnen, die da sehr gut und sehr schnell drauf reagiert haben. Also ich da ist nur das Step zum Beispiel zu nennen, was auch sehr schnell eine Zusatzbefragung aufgesetzt hat.
Wir hatten das das das ähm äh Panel äh der äh von von der ähm.
Also äh da waren äh viele Studien da, die auch sehr sehr schnell reagieren konnten und die auch äh sozusagen im Rahmen von dem, was sie ähm an Möglichkeiten.
Hatten äh sehr gut und sehr schnell Daten liefern konnten.
Was die eben alle nicht hatten und da ist das Nebs natürlich im großen Vorteil sind die Daten zu Bildung, zu Kompetenzen.
Das sind alles Sachen, die wir in Deutschland so sowieso ähm nicht viele Daten zu haben, ähm weil wir ja zum Beispiel auch keine zentralen Register.
Äh von von Schülerinnen und Schülern haben, da kann man in anderen Ländern dann sehen, wie konnten die Pandemiefolgen sehr viel schneller auch ähm im im Bereich der Schulen dann.
Abschätzen, also da gibt's dann Forschungen dazu, die sich dann eben die
zentralen Kompetenzstests äh vor und nach der Pandemie angeschaut haben, das konnten wir hier gar nicht. Da ist das Nebs wirklich die einzige Möglichkeit in Deutschland ähm so etwas abzubilden und ähm.
Insofern würde ich sagen, wir haben unseren Beitrag äh äh in in unserem speziellen Feld dazu geleistet und zu diesem.
Puzzle der Pandemiefolgen ein bisschen äh zusätzliche Daten beigetragen.
Michelle Boden
Hatten Sie schon das Sepp angesprochen letzte Woche hatten wir da ähm auch noch mal einen Vortrag zu und dort wurde angemerkt, dass es durchaus auffällig war, dass.
Bestimmte Personengruppen nicht mehr an den Befragungen teilnehmen wollten oder auch konnten, hat sich das denn beim NAPS auch gezeigt, weil sie ja auch auf die Rücklaufquote äh hingewiesen haben, dass sie eigentlich.
Relativ gering war, aber für das, was man machen konnte, an sich gut, genau, ob sie dazu was sagen können.
Martin Ehlert
Ja also genau, die Rücklaufquote von unserem Webserve, der äh ja auch sehr kurzfristig angekündigt wurde, ähm.
Und dann ähm äh war war nicht so hoch, da haben wir nur 20 bis 30 Prozent ähm aber in unseren regulären Befragungen ähm haben wir eigentlich nicht so viel äh
gesehen. Ähm man muss dazu allerdings auch sagen, dass wir sehr langlaufende Panels schon haben. Also wir haben da Personen drin, die sind schon sehr, sehr lange äh dabei und insofern auch ähm
sehr stark gewohnt, äh regelmäßig zu antworten und äh sozusagen die kritischen Fälle.
Die vielleicht auch natürlich besonders interessant sind häufig ähm sind leider schon gar nicht mehr dabei häufig und wir hatten aber tatsächlich dann in einem regulären Erhebung gar nicht ähm solche Probleme und wir haben da auch ähm.
Dadurch, dass wir dann sehr schnell umgestellt hatten von ähm wir wollten eigentlich auch mit den Erwachsenen zum Beispiel in eine persönliche Befragung gehen im Herbst. Wir haben das dann umgestellt auf eine ähm Telefonbefragung relativ schnell.
Und wir sagen immer so ein bisschen im Netzwerk, was was wir ähm wo wir wirklich ein bisschen stolz drauf sind, ist, dass man am Ende wahrscheinlich äh das ähm der Daten
nutze das gar nicht merken wird, dass wir da relativ viel dran geschraubt hat und das ist so ein bisschen unser ähm unser größtes äh ja unser größtes Archivment.
Würde ich fast sogar sagen, dass wir da wirklich sehr äh smooth durchgelaufen sind. Aber wie gesagt, äh im ersten Moment haben wir natürlich starke äh ähm kein so großes Response gehabt in den eigentlichen Erhebungen. Dann ähm lief das eigentlich äh relativ.
Normal.
Michelle Boden
Im Chat kam auch eine Frage jetzt auf, die ich ähm mir auch aufgeschrieben hatte, ob sie vielleicht kurz etwas zu ähm auch
Kompetenzerfragungen sagen können, die das Netz ja generell eigentlich tätigt, aber wie das bei der Corona-Befragung aussah und ob es dort vielleicht auch dann internationale Anknüpfungspunkte geben könnte.
Martin Ehlert
Äh grundsätzlich äh äh haben wir also wir wollten eigentlich, muss man sagen, äh zum Beispiel bei den Erwachsenen und auch bei vielen anderen.
Wählen im Jahr 220 Kompetenzerhebungen machen, die wir dann nicht durchgeführt haben, weil diese Kompetenzerhebung
Ähm es erfordern, dass man tatsächlich das äh äh persönlich macht, ähm weil sonst sozusagen die Sarah für eine äh Kompetenzmessung für diese Tests nicht nicht vernünftig gemacht werden kann. Es gibt da ein paar Ideen dazu, wie man das auch online machen könnte, aber das ist es hat sich jetzt also noch nicht weit genug fortgeschritten äh herausgestellt und dass unsere
Kompetenz, Expertinnen und Experten da gesagt haben, das ist eine vernünftige, valide Messung, wenn wir das auch online machen. Deswegen ähm haben wir.
Weiterhin sozusagen müssen wir für Kompetenzmessungen erst mal persönlich mit den Leuten von da kommen und das geht natürlich immer nur dann, äh wenn nicht grade ähm Kontaktbeschränkungen bestehen. Ähm es gab dann äh im Sommer ähm.
Man kann das hier nochmal sehen. Also es gab dann tatsächlich ähm.
In der SC1 den Versuch äh nochmal in in eine Testung zu gehen. Das wurde dann unterbrochen und dann später im Sommer wieder äh fortgeführt.
Mit der äh äh SC zwei sind wir dann äh im ähm äh
zweiten Halbjahr 2tausendeinundzwanzig noch mal in eine Testung gegangen und äh was wir zum Beispiel in der SC ähm zwei.
Getestet haben, ist hier äh würde Mathematik.
Abgefragt ähm in der SC zwei, um dann Vergleich zu haben über die äh über die Zeit und auch im Vergleich sozusagen dann äh mit den anderen.
Aber wir haben also internationale Einknüpfungspunkte tatsächlich also außer, dass die Messungen natürlich ähm.
Internationalen Standards äh gemacht werden und äh dementsprechend auch hoffentlich äh halbwegs vergleichbar sind.
Das jetzt nicht, aber an äh sozusagen Piack-Messung oder so was. Ähm Pisa-Messung an an geknüpft. Aber man muss auch dazu sagen, also wir haben.
In der Pandemie gar nicht so viel
Kompetenzmessungen äh machen können, sondern es ist dann eher so ein bisschen vorher und wir wollen jetzt natürlich nachher äh nochmal äh Messung mit den mit den Schülerinnen und Schülern, aber auch mit den Erwachsenen.
Machen genau.
Michelle Boden
Vielleicht daran anknüpfend noch eine kurze Frage, bevor wir vielleicht Ihnen noch mal die Möglichkeit geben, die Ergebnisse kurz zu präsentieren.
Sie hatten ja darauf hingewiesen, dass in der Stadt eins die Kinder inzwischen circa acht Jahre alt sind. Jetzt hatten sie ja schon gesagt, dass bestimmte Gruppen nicht abgebildet äh
werden können momentan im Netz, beispielsweise Abiturientinnen.
Dann fällt ja auf mit ähm dem Hinblick aufs Alter der Kinder, dass ja auch die frühkindliche Bildung, wo ja gerade dann die Kompetenzen beispielsweise sehr unterschiedlich ähm ausfallen und durch
Corona sich vermutlich auch noch sehr stark
weiter äh auseinanderklaffen werden, dass das ja nicht gegeben ist. Gibt es da im Netz Überlegungen zu, wie man das vielleicht auffangen könnte?
Martin Ehlert
Also ja, wir überlegen natürlich ganz viel. Äh darüber, dass es und das ist auch eine Sache, die wirklich also die Pandemie kam so ein bisschen zu einem schlechten Zeitpunkt, muss man sagen, für das Snaps ähm äh auf
und der Art und Weise, wie unsere Kohorten grad aufgestellt waren und äh aber jetzt im Nachhinein kann man dann natürlich nichts mehr machen, ne. Also
bräuchten eigentlich schon für eine vernünftige Abschätzung auch eine Vorhermessung und die haben wir jetzt einfach äh
so nicht. Ähm wir genauso wenig haben wir ähm äh Schulbefragungen, wo tatsächlich auch äh Lehrerinnen, Schulleiterinnen.
Äh mit drin sind und der Klassenkontext äh abgebildet sind. Das hatten wir auch nicht. Da starten wir erst 2025 wieder mit einer neuen Kohorte von Fünftklässlerinnen.
Und insofern genau äh haben wir da einfach ähm gerade im unteren Altersbereich äh tatsächlich leider Lücken
die wir jetzt aber auch im Nachhinein nicht mehr auffüllen können.
Michelle Boden
Dann danke für die Einschätzung und dann würde ich ähm Sie vielleicht noch mal kurz bitten auf die Ergebnisse, die Sie vorhin übersprungen haben, kurz einzugehen. Der Wunsch kam im Chat auf.
Martin Ehlert
Also wie gesagt, ich ähm kann da auch verweisen auf diese wunderbare Seite des Liftby, wo ganz viele äh Ergebnisse aufgeteilt sind, aber ich habe hier drei, die ich ganz schön fand. Äh die auf Daten dieses Mai äh dieses äh ähm
Wertbefragung im äh Mai zweitausendzwanzig beruhen. Ähm äh zum einen ähm haben wir hier äh gefunden, dass sozusagen.
Wenn man die Leute mal fragt, ähm wie gut konnten sie die Kinder eigentlich im Homeschooling unterstützen, dass da die akademisch äh gebildeten Eltern sehr viel häufiger sagten, dass sie die Kinder unterstützen konnten, als sie nicht akademisch
gebildeten Eltern und hier zeigt sich eben also soziale Ungleichheit durch die Pandemie hat sich da kann sich da vergrößern weil natürlich die Unterstützung ähm im Homeschooling sehr viel wichtiger äh wird für den für die Kompetenzentwicklung der Kinder.
Äh ganz ähnlichen äh Befund auch ähm wo wir einmal die Lesekompetenzen, die da vorgemessen wurden vor der Pandemie mal ähm mit der einer Einschätzung
Dazu äh ähm jetzt hier äh gebracht haben äh wie
gut ähm die Kinder äh mit dem Homeschooling klarkommen und auch hier zeigt sich, dass sozusagen Kinder mit hohen Lesekompetenzen äh sehr viel besser
mit dem Homeschooling klarkommen als Kinder mit niedrigen Lesekompetenzen. Das zeigt aber zeigt finde ich für mich auch nochmal so ein bisschen
Interessantes äh finding, dass äh auch in Digitalisierung diese Grundkompetenzen also in Zeiten von einer starken Digitalisierung diese Grundkompetenz einfach massiv wichtig sind und dass äh sage ich jetzt Digitalisierung nicht nur heißen kann, wir brauchen äh ICT-Unterrichts und es geht natürlich es geht auch ganz stark um Grundkompetenzen wie lesen, schreiben rechnen.
Um überhaupt ähm mit dieser digitalen Welt, dem digitalen Laden dann klarzukommen und auch hier kann man sich natürlich überlegen, dass äh so was dann zu stärkere Ungleichheit in der Kompetenzentwicklung führen kann.
Und das Letzte ist so ein bisschen mal auf Erwachsene bezogen
äh fand ich ganz interessant, äh wenn man sich so ich in meinem privaten Kreis aber auch sonst äh so umgeschaut habe, war ja immer das Gefühl, alle sind im Homeoffice. Wenn man das mal nach Bildungsgruppen runtergebrochen hat,
dann sieht man, ja alle sind im Homeoffice äh die äh akademisch gebildet sind und ähm in anderen Bildungsgruppen.
War das sehr viel geringer der Anteil. Also hier sieht man Niedrigmittel gebildeten.
11 bis 30 Prozent tatsächlich nur, weil es einfach in den Jobs natürlich nicht möglich war und daraus ergeben sich dann aber wiederum
ganz viele ähm.
Folgen dafür, wie man äh bei Schulschließungen zum Beispiel damit klarkommt, mit der Kinderbetreuung, wenn man gar nicht zu Hause arbeiten kann, obwohl das Arbeiten zu Hause mit den Kindern natürlich auch schon eine große Belastung war, aber wenn man nicht.
Zu Hause arbeiten kann, was das dann eigentlich überhaupt heißt und wenn man das dann weiterdenkt, was das dann für die Entwicklung äh der Kinder, aber auch für die Karriereentwicklung äh der Person bedeutet.
Das ist insofern ein ganz spannendes Ergebnis, wo wir natürlich jetzt auch schauen müssen und auch schauen können mit den Daten. Was hat das dann auch für längerfristige.
Michelle Boden
Das war der Vortrag, den Martin Ehlert in unserem digitalen Kolloquium am 2. Februar 2022 gehalten hat. Wir hoffen, dass Sie ein paar Anregungen mitnehmen konnten. Wenn Sie mögen, dann abonnieren und teilen Sie doch gerne den.
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