Johannes Weyer: Krisenmanagement. Steuerungsfähigkeit des Staates und Akzeptanz der Bevölkerung

Der Erfolg eines Krisenmanagements in Corona-Gesellschaften hängt von der Steuerungsfähigkeit des Staates, aber auch der Bereitschaft der Menschen ab, den Empfehlungen der Politik zu folgen und ihr Verhalten entsprechend anzupassen. In seinem Vortrag vom 21. Oktober 2020 stellte Johannes Weyer Ergebnisse aktueller empirischer Studien zu beiden Themenkomplexen vor. Er entwickelt zudem Vorschläge, mit welchen Methoden die Soziologie denkbare Zukunftsszenarien durchspielen und so zum gesellschaftlichen Krisenmanagement beitragen kann.

Johannes Weyer ist Professor f√ľr Techniksoziologie an der Technischen Universit√§t Dortmund. Er befasst sich mit der Mensch-Maschine-Interaktion in hochautomatisierten Systemen, der Steuerung (und Transformation) komplexer soziotechnischer Systeme sowie der Echtzeitgesellschaft.

Moderation: Jan Wetzel

Gabriele Klein und Katharina Liebsch: K√∂rper im ‚ÄěAusnahmezustand‚Äú

In ihrem Vortrag gehen Gabriele Klein und Katharina Liebsch aus k√∂rpersoziologischer Perspektive Fragen nach dem Ablauf und dem Vollzug der gegenw√§rtigen Ver√§nderungen durch die Corona-Pandemie nach. In der Bek√§mpfung der Pandemie wurden zahlreiche K√∂rperpraktiken f√ľr hochgradig ansteckend und damit f√ľr gef√§hrlich erkl√§rt. Damit werden auch leibliche Erfahrungen neu klassifiziert ‚Äď und dies, so ist zu vermuten, nicht nur in Zeiten der akuten und Monate dauernden Krisenbek√§mpfung, sondern auch mit nachhaltigen Folgen.

Daher wird in diesem Vortrag folgenden Fragen nachgegangen: Welche Neu-Klassifikationen der Körper entstehen mit den neuen Ge- und Verboten körperlicher Begegnung? Wie werden diese legitimiert? Wie integrieren Individuen diese in ihren Alltag?

Moderation: Joshua Perleberg