Marius Meinhof: Orientalismus und Covid-19

Koloniale Stereotype, die bis heute in der Darstellung Chinas nachwirken, haben die frühe Berichterstattung um Covid-19 in China beeinflusst und ein Fundament für eklatante Fehleinschätzungen der Pandemie und der chinesischen Strategien der Pandemiebekämpfung geschaffen.

In seinem Vortrag legt Marius Meinhof den Schwerpunkt auf orientalistische Stereotypisierungen. Er zeigt, wie zunächst vom späten Januar bis zum frühen März ein Neuer Orientalismus, der China als das autoritäre Andere darstellt, die Berichterstattung prägte, und ab April ein Reflexiver Orientalismus aufkommt, der den Neuen Orientalismus reflexiv als Strategie zum Schutz der Demokratie rechtfertigt.

Marius Meinhof ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Dresden. Der regionale Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf China.

Moderation: Sandra Leumann