Megan O’Neill and Jonas Grutzpalk: How is Corona being perceived and described? The social impact of the virus on policing

How can we understand police communication with the public, when the main object of communication is invisible? On May 5, 2021 Megan O‚ÄôNeill and Jonas Grutzpalk put their research project to debate on our digital colloquium by addressing the challenges of doing research on police communication during the current corona virus pandemic. Their research project aims to cross-nationally investigate police forces in Europe via the lenses of Bruno Latour‚Äôs Actor-Network-Theory.

Megan O‚ÄôNeill is a reader at the University of Dundee in Scotland and an Associate Director for the Police Community Relations Network at the Scottish Institute for Policing Research.

Jonas Grutzpalk is a professor of Sociology and Political Sciences at the University of Applied Sciences for Police and Public Administration in North Rhine-Westphalia, Germany.

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Megan O'Neill
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Jonas Grutzpalk

Heiko Giebler: Verhältnismäßigkeit, soziale Verträglichkeit oder demokratische Legitimität? Bedingungsfaktoren der Akzeptanz von Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in vergleichender, experimenteller Perspektive

Derzeit versuchen Regierungen weltweit, die Corona-Pandemie einzud√§mmen und greifen zu diesem Zweck h√§ufig zu drastischen Ma√ünahmen, die u.a. massiv Freiheitsrechte einschr√§nken. Entsprechend stehen die Ma√ünahmen auch in der Kritik und es stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen die B√ľrger:innen die restriktiven Ma√ünahmen einhalten.

In seinem Vortrag vom 21. April pr√§sentierte Heiko Giebler erste Ergebnisse aus einer eigenen Studie, die den Einfluss der Verh√§ltnism√§√üigkeit der Ma√ünahmen, der sozialen Vertr√§glichkeit und der (demokratischen) Legitimit√§t der Entscheidung pr√ľft. Zu diesem Zweck haben er und seine Co-Autor:innen in 11 europ√§ischen L√§ndern Ende 2020 ein Umfrageexperiment durchgef√ľhrt und die Befragten mit fiktiven Szenarien konfrontiert, in denen das Ausma√ü der Pandemie, die demokratische Qualit√§t des Entscheidungsprozesses und die Existenz eines wirtschaftlichen Hilfsplans, nicht aber die einschr√§nkenden Ma√ünahmen variiert wurden. Erste Ergebnisse verweisen darauf, dass die demokratische Qualit√§t der Entscheidung im Vergleich zu den beiden anderen Dimensionen eine eher geringere Rolle f√ľr das Einhalten der Bestimmungen spielt und dass sich Erwartungen √ľber das Verhalten der Gesellschaft an sich nicht auf die individuelle Akzeptanz auswirken.

Weitere Autor:innen der Studie sind Bernhard Weßels und Constanza Sanhueza.

Heiko Giebler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung “Demokratie und Demokratisierung” und Leiter des Projekts “Politische Legitimit√§t in Krisenzeiten” (PolLegKris) am WZB sowie Leiter einer Forschungsgruppe im Exzellenzcluster “Contestations of the Liberal Script” an der Freien Universit√§t Berlin.

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Florian Binder

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Heiko Giebler

Boris Holzer: Die Corona-Krise als Gesellschaftsexperiment: Zur (Nicht-)Ersetzbarkeit sozialer Strukturen

In seinem Vortrag vom 17.M√§rz 2021 betonte Boris Holzer den experimentellen Charakter der Einschr√§nkungen pers√∂nlichen, k√∂rperlichen Kontaktes. Funktionale √Ąquivalente wurden erforderlich, vor allem durch digitale Kommunikation. Holzer fragt nach den Folgen dieser Versuchsanordnung und zeigt Beispiele daf√ľr, welche Spielr√§ume einzelne gesellschaftliche Teilbereiche f√ľr die Substitution von Pr√§senzkommunikation haben.

Boris Holzer ist Professor f√ľr Allgemeine Soziologie und Makrosoziologie an der Universit√§t Konstanz. Vor√ľberlegungen zu seinem Vortrag sind im letzten Jahr bei Soziopolis erschienen.

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Jan Gehrmann

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Boris Holzer

Fraya Frehse: Gegenwärtige Räumlichkeiten sozialer Interaktionen und post-Corona-Urbanität in São Paulo (Brasilien)

Wenn Urbanit√§t auf der Pluralit√§t sozialer Alltagsinteraktionen im Stadtraum beruht, dann ist sie auch zeitlich: Interaktionen produzieren Raum. Zeit-raumsoziologisch befragt Fraya Frehse, was die R√§umlichkeiten von (nicht-)verbalen Interaktionen bzgl. der Corona-Ma√ünahmen in S√£o Paulo √ľber diese Stadt nach Corona aussagen. Soziale Ungleichheiten historischer Natur verweben sich r√§umlich mit der Corona-Krise so, dass f√ľnf Typen von post-Corona-Urbanit√§t zum Vorschein kommen.

Fraya Frehse ist seit 2006 Professorin f√ľr Soziologie (Schwerpunkt Alltags-, Stadt- und Raumsoziologie) an der Universidade de S√£o Paulo.

Moderation: Florian Binder

Anja Weiß: Wie genau ändert Corona die Struktur sozialer Ungleichheiten?

Im Kolloquium wurde immer wieder die Wirkung der Corona-Pandemie auf soziale Ungleichheiten thematisiert ‚Äď wohl eine der wichtigsten Aufgaben, die die Soziologie bei der wissenschaftlichen Analyse der Krise hat. Empirisch nachzuvollziehen, welche Wirkungen die Krise hat, ist dabei die eine Herausforderung ‚Äď sie theoretisch zu konzeptionieren die andere.

In ihrem Vortrag vom 28. Oktober 2020 machte Anja Wei√ü einen Vorschlag, der Vielfalt von Ungleichheitsstrukturen gerecht zu werden. Im Zentrum steht dabei die Annahme, dass soziale Ressourcen nur in bestimmten Kontextrelationen umgesetzt werden k√∂nnen. Auf solche Relationen hat die Corona-Pandemie unterschiedliche Folgen. So verst√§rkt sie zwar bestehende Ungleichheiten, bringt aber auch neue hervor ‚Äď etwa einem Cleavage zwischen Personen, die unter k√∂rperlicher Ko-Pr√§senz arbeiten m√ľssen, und solchen, die raumzeitlich zunehmend Flexibilit√§t gewinnen.

Anja Wei√ü ist Professorin f√ľr Soziologie an der Universit√§t Duisburg-Essen mit Schwerpunkt Makrosoziologie und transnationale Prozesse.

Moderation: Jan Wetzel

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Marius Meinhof: Orientalismus und Covid-19

Koloniale Stereotype, die bis heute in der Darstellung Chinas nachwirken, haben die fr√ľhe Berichterstattung um Covid-19 in China beeinflusst und ein Fundament f√ľr eklatante Fehleinsch√§tzungen der Pandemie und der chinesischen Strategien der Pandemiebek√§mpfung geschaffen.

In seinem Vortrag legt Marius Meinhof den Schwerpunkt auf orientalistische Stereotypisierungen. Er zeigt, wie zun√§chst vom sp√§ten Januar bis zum fr√ľhen M√§rz ein Neuer Orientalismus, der China als das autorit√§re Andere darstellt, die Berichterstattung pr√§gte, und ab April ein Reflexiver Orientalismus aufkommt, der den Neuen Orientalismus reflexiv als Strategie zum Schutz der Demokratie rechtfertigt.

Marius Meinhof ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Dresden. Der regionale Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf China.

Moderation: Sandra Leumann

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Lea Eileen Pöhls: Familienessen im Corona-Lockdown. Veränderungen der sozialen Gestaltung von Mahlzeiten

In der Zeit des Corona-Lockdowns unterliegt der Familienalltag wesentlichen Ver√§nderungen, da Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung koordiniert werden m√ľssen. Auch die Organisation des Essalltags bedarf h√§ufig neuer Gestaltung, da Schulen und Kitas geschlossen sind und keine Verpflegung au√üer Haus stattfindet. In ihrem Vortrag stellt Lea Eileen P√∂hls dar, inwieweit der mit dem Coronavirus begr√ľndete Lockdown zu einer Ver√§nderung der sozialen Gestaltung von Mahlzeiten in der Familie f√ľhrt und st√ľtzt sich auf die Auswertung von Ern√§hrungstageb√ľchern, die in zwei Etappen erhoben wurden: das Ern√§hrungstagebuch 1.0 vor der Corona-Krise und das Ern√§hrungstagebuch 2.0 w√§hrend des Corona-Lockdowns. Die Ergebnisse wurden explizit in Bezug auf die beruflichen Ver√§nderungen der Eltern w√§hrend des Lockdowns analysiert.

Lea Eileen P√∂hls ist Promotionsstudentin an der WISO Graduate School der Universit√§t Hamburg. Die in Ihrem Vortrag vorgestellten Ergebnisse beruhen auf Erhebungen, die im Rahmen ihres Dissertationsprojekts durchgef√ľhrt wurden.

Moderation: Florian Binder

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Johannes Weyer: Krisenmanagement. Steuerungsfähigkeit des Staates und Akzeptanz der Bevölkerung

Der Erfolg eines Krisenmanagements in Corona-Gesellschaften hängt von der Steuerungsfähigkeit des Staates, aber auch der Bereitschaft der Menschen ab, den Empfehlungen der Politik zu folgen und ihr Verhalten entsprechend anzupassen. In seinem Vortrag vom 21. Oktober 2020 stellte Johannes Weyer Ergebnisse aktueller empirischer Studien zu beiden Themenkomplexen vor. Er entwickelt zudem Vorschläge, mit welchen Methoden die Soziologie denkbare Zukunftsszenarien durchspielen und so zum gesellschaftlichen Krisenmanagement beitragen kann.

Johannes Weyer ist Professor f√ľr Techniksoziologie an der Technischen Universit√§t Dortmund. Er befasst sich mit der Mensch-Maschine-Interaktion in hochautomatisierten Systemen, der Steuerung (und Transformation) komplexer soziotechnischer Systeme sowie der Echtzeitgesellschaft.

Moderation: Jan Wetzel

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Lisa Suckert: Zeitsoziologische Perspektiven. Die Corona-Krise als Ersch√ľtterung des kapitalistischen Zeitregimes

In ihrem Vortrag machte Lisa Suckert darauf aufmerksam, dass die Corona-Krise nicht nur zu einer Refiguration des Raumes, sondern auch der zeitlichen Ordnung der Gesellschaft gef√ľhrt hat.

Die Pandemie macht einen Umgang mit Zeit erforderlich, der mit der vorherrschenden kapitalistischen Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft kollidiert. Statt Beschleunigung und Wachstum gilt es zu verlangsamen und geduldig zu bleiben. St√§rker selbst zu leistende Sorgearbeit kostet Zeit, die f√ľr Erwerbsarbeit und Konsum fehlt. Die Vorstellung einer plan- undgestaltbaren Zukunft wird durch radikale Unsicherheit verdr√§ngt. Covid ersch√ľttert das kapitalistische Zeitregime, l√§sst aber auch dessen Eigenheiten, Paradoxien und Schwachstellen besonders deutlich hervortreten.

Lisa Suckert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut f√ľr Gesellschaftsforschung in K√∂ln. In ihrer wirtschaftssoziologischen Forschung setzt sie sich mit den Themen Kapitalismus, Zukunftsvorstellungen, Konventionen und Diskurse sowie Nachhaltigem Wirtschaften auseinander.

Moderation: Michelle Boden

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Klaus Kraemer: Wirtschaftliches Handeln im Erwartungsvakuum. Der Shutdown der Eventökonomie aus wirtschaftssoziologischer Sicht

In seinem Beitrag richtete Klaus Kraemer den Blick auf die soziologischen Besonderheiten der aktuellen Wirtschaftskrise als einer Begleit- und Folgekrise der Covid-19-Pandemie. Die Basis bildete dabei die wirtschaftssoziologische Grund√ľberlegung, dass Wirtschaft solange eine stabile soziale Ordnung ausbildet, wie die Erwartungen der Marktakteure in die Zahlungsf√§higkeit und Vertragserf√ľllung aller anderen Marktteilnehmer nicht fortlaufend entt√§uscht werden. Ausgehend davon illustrierte er die Bedeutung von kollektiver Dissoziation f√ľr die Aufrechterhaltung elementarer wirtschaftlicher Aktivit√§ten in der Phase des Shutdowns am Beispiel von Unternehmen der Event√∂konomie.

Klaus Kraemer ist Professor f√ľr Angewandte Soziologie: Wirtschaft/Organisation, soziale Probleme am Institut f√ľr Soziologie der Karl-Franzens-Universit√§t Graz. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Wirtschaftssoziologie.

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Sandra Leumann