Alexander Bogner: Zwischen Virologie und Verschw├Ârungstheorie: Expertise in der Coronakrise

Am 7. Oktober 2020 hielt Alexander Bogner einen Vortrag mit dem Titel: ÔÇ×Zwischen Virologie und Verschw├Ârungstheorie: Expertise in der CoronakriseÔÇť. Grundthese ist, dass in der Wissensgesellschaft viele Konflikte als Auseinandersetzungen um das richtige Wissen ausgetragen getragen werden. In diesen Wissenskonflikten, so Bogner, unterst├╝tze der Primat der Wissenschaft eine Politik der Alternativlosigkeit. Politischer Protest artikuliere sich daher oft als anti-rationalistisches Ressentiment. Alternative Fakten stehen alternativloser Politik gegen├╝ber.

Alexander Bogner ist Dozent f├╝r Soziologie an der Universit├Ąt Wien und Senior Scientist an der ├ľsterreichischen Akademie der Wissenschaften. Er ist derzeit Vorsitzender der ├ľsterreichischen Gesellschaft f├╝r Soziologie.

Moderation: Jan Wetzel

Michaela Pfadenhauer: Corona-Pandemie ÔÇô Expertokratie oder Aufwind f├╝r die Profession?

In Ihrem Vortrag betrachtet Michaela Pfadenhauer die Folgen der Coronakrise aus Sicht einer Professionssoziologin. Die Bef├╝rchtung einer Expertokratie ist eine Begleiterscheinung nicht erst der Corona-Pandemie, sondern eine Sorge, die seit den 1960er Jahren im Hinblick insbesondere auf die Medizin zu h├Âren ist und nicht nur als Bevormundung der Politik, sondern auch als Entm├╝ndigung der Laien thematisiert wird. Wenn aber Politik und B├╝rger entmachtet werden, um wessen Herrschaft geht es gegenw├Ąrtig gegebenenfalls: um die Erm├Ąchtigung der wissenschaftlichen Disziplin Virologie, die der verbeamteten Forscher des Robert-Koch-Instituts oder der medizinischen Profession? Gegen├╝ber deren generellem Niedergang scheint zumindest diese eine Profession im Aufwind zu sein, wenn zur Eind├Ąmmung der Corona-Pandemie das Gesundheitssystem allen anderen Teilsystemen ├╝bergeordnet wird, weil es ÔÇ×um Leben und TodÔÇť geht.

Moderation: Joshua Perleberg