Jan Wetzel: Wie die Krise den Blick auf die Gesellschaft ver├Ąndert. Ergebnisse der Verm├Ąchtnisstudie

Die Bek├Ąmpfung der Corona-Pandemie erfordert Verhaltensanpassungen im Alltag ebenso wie umfassende Ma├čnahmen in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Die Bereitschaft der Bev├Âlkerung, die Ver├Ąnderungen mitzutragen, ist abh├Ąngig davon, wie eigene Einstellungen und eigenes Verhalten im Vergleich zu anderen gesehen werden. In seinem Vortrag vom 2. Dezember 2020, der auf Paneldaten der Verm├Ąchtnisstudie beruht, stellte Jan Wetzel Ver├Ąnderungen dar, die sich hier zeigen.

Jan Wetzel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe der Pr├Ąsidentin am Wissenschaftszentrum Berlin f├╝r Sozialforschung.

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Moderation

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Joshua Perleberg

Lisa Suckert: Zeitsoziologische Perspektiven. Die Corona-Krise als Ersch├╝tterung des kapitalistischen Zeitregimes

In ihrem Vortrag machte Lisa Suckert darauf aufmerksam, dass die Corona-Krise nicht nur zu einer Refiguration des Raumes, sondern auch der zeitlichen Ordnung der Gesellschaft gef├╝hrt hat.

Die Pandemie macht einen Umgang mit Zeit erforderlich, der mit der vorherrschenden kapitalistischen Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft kollidiert. Statt Beschleunigung und Wachstum gilt es zu verlangsamen und geduldig zu bleiben. St├Ąrker selbst zu leistende Sorgearbeit kostet Zeit, die f├╝r Erwerbsarbeit und Konsum fehlt. Die Vorstellung einer plan- undgestaltbaren Zukunft wird durch radikale Unsicherheit verdr├Ąngt. Covid ersch├╝ttert das kapitalistische Zeitregime, l├Ąsst aber auch dessen Eigenheiten, Paradoxien und Schwachstellen besonders deutlich hervortreten.

Lisa Suckert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut f├╝r Gesellschaftsforschung in K├Âln. In ihrer wirtschaftssoziologischen Forschung setzt sie sich mit den Themen Kapitalismus, Zukunftsvorstellungen, Konventionen und Diskurse sowie Nachhaltigem Wirtschaften auseinander.

Moderation: Michelle Boden