Im Gespräch mit Josef Mackert von der Katholischen Akademie Freiburg sprach Jan Wetzel vom Organisationsteam des Kolloquiums über die Erfahrungen des letzten Jahres.
Die Corona-Pandemie erfordert Verhaltenskoordination, die liberale staatliche Systeme vor neue Herausforderungen stellt. Bereits in seinem Vortrag im April dieses Jahres mit dem Titel „Legitimationsglaube, Folgebereitschaft und Verhaltensorientierung“, wies Heinz Bude auf die Ressourcen kollektiven Handelns hin, die zur Verfügung stehen.
In seinem zweiten Vortrag in diesem Kolloquium vom 15. Dezember 2020 rekonstruierte er verschiedene Phasen der Krise. Derzeit erlebe man einen zumindest diskursiv thematisierbaren Kontrollverlust staatlichen Handelns, der verschiedene Arten von Ängsten und Zweifeln an staatlichem Handeln mit sich bringe.
Heinz Bude ist Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Da er kurzfristig verhindert war und deshalb nicht live im Kolloquium dabei sein konnte, haben wir den Vortrag am Tag vorher aufgezeichnet.
Transkript
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Moderation
Der beschleunigte Wandel in vielen Lebensbereichen macht das stetige Dazulernen auch im Erwachsenenalter immer wichtiger. Allerdings hat die COVID-19-Pandemie den Zugang zu Lerngelegenheiten erschwert: Präsenzveranstaltungen wurden durch das Kontaktverbot unmöglich. Viele Betriebe haben auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheit ihre Investitionen in Weiterbildung heruntergefahren. Eine Möglichkeit, diese Lücke zu füllen, ist selbstgesteuertes Lernen über das Internet. Lernangebote über Apps oder Videos aus dem Netz sind überall verfügbar und können flexibel an durch die Krise durcheinandergebrachte Tagesabläufe angepasst werden.
Doch wurden diese Angebote in der Krise verstärkt genutzt? In seinem Vortrag präsentiert Martin Ehlert zentrale Ergebnisse aus einer mit ihm zusammen durchgeführten Auswertung, der Sonderbefragung von Erwachsenen im Rahmen des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Zum einen zeigt die Auswertung, dass die berufliche Nutzung von digitalen Lernangeboten während der ersten Monate der Pandemie zugenommen hat, zum anderen aber verstärken sich gleichzeitig Bildungsungleichheiten in der Teilnahme bei diesen.
Martin Ehlert leitet die Forschungsgruppe „Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.
Transkript
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Moderation
Im Kolloquium vom 9. Dezember 2020 nutzten wir die Gelegenheit, ein bisschen Transparenz herzustellen. Jan Wetzel stellte Beobachtungen der letzten Monate, Daten zur Verbreitung und Nutzung des Podcasts sowie sich daran anschließende Fragen vor.
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In ihrem Vortrag vom 9. Dezember 2020 argumentierten Britta Klopsch und Anne Sliwka, dass die traditionellen Struktur- und Prozessmerkmale der Schule, die ihre Ursprünge im Industriezeitalter haben, für ein Lernen in der heutigen Wissensgesellschaft nicht mehr geeignet sind. Besonders deutlich wird dies vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die mit der Pandemie einhergehen. Entlang von vier Gestaltungsachsen zeigen sie, wie die Organisationslogik der Schule jetzt neu ausgerichtet werden kann, um alle Schülerinnen und Schüler optimal zu erreichen und in ihrem Lernen zu unterstützen.
Anne Sliwka ist Professorin für Bildungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik an der Universität Heidelberg. Britta Klopsch ist Juniorprofessorin am Karlsruher Institut für Technologie.
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Moderation
Die Bekämpfung der Corona-Pandemie erfordert Verhaltensanpassungen im Alltag ebenso wie umfassende Maßnahmen in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Die Bereitschaft der Bevölkerung, die Veränderungen mitzutragen, ist abhängig davon, wie eigene Einstellungen und eigenes Verhalten im Vergleich zu anderen gesehen werden. In seinem Vortrag vom 2. Dezember 2020, der auf Paneldaten der Vermächtnisstudie beruht, stellte Jan Wetzel Veränderungen dar, die sich hier zeigen.
Jan Wetzel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe der Präsidentin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.
Transkript
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Moderation
In seinem Vortrag vom 2. Dezember 2020 stellte Andreas Knie auf der Grundlage empirischer Daten aus Befragungen und Tracking-Apps dar, wie sich das Verkehrsverhalten in Deutschland, insbesondere bei Autos und dem öffentlichen Personenverkehr, in der Corona-Krise verändert hat.
Andreas Knie leitet die Forschungsgruppe „Digitale Mobilität und gesellschaftliche Differenzierung“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und ist Professor für Soziologie an der Technischen Universität Berlin.
Transkript
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Moderation
Ein verringertes Verkehrsaufkommen war eine der unmittelbaren Folgen der Corona-Pandemie. Der internationale Güter- und Personenverkehr sankt anfangs drastisch, in geringerem Maße aber auch der Pendel- und Freizeitverkehr. In ihrem Vortrag vom 25. November 2020 gab Katharina Manderscheid einen Überblick, wie sich die geänderten sozialen Mobilitäts- und Immobilitätsverhältnisse fassen lassen. Insbesondere im Arbeitsbereich sind die Risiken ungleich verteilt, je nachdem, ob man eine ungefährdete Festanstellung hat und ins Home Office gehen kann – oder gezwungermaßen mobil bleibt oder die Arbeit ganz verloren hat. So macht die Pandemie gleichermaßen bestehenden Ungleichheiten sichtbar und bringt neue hervor.
Katharina Manderscheid ist Professorin für Soziologie, insbesondere Lebensführung und Nachhaltigkeit, an der Universität Hamburg.
Moderation: Jan Wetzel
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In their study, based on survey evidence from a representative sample of Dutch respondents taking part in an online panel, Valentina Di Stasio and Tobias Stark examine the association between the social norms of one’s social network and the likelihood to comply with social distancing measures to prevent the spread of Covid-19. Their results show that compliance is stronger for people whose network members follow the rules (descriptive social norm) and expect others to do the same (injunctive social norm). They also present results from a survey experiment in which they test whether this association can be given a causal interpretation.
Valentina Di Stasio is Assistant Professor at the Department of Interdisciplinary Social Science and the European Research Centre on Migration and Ethnic Relations at Utrecht University Her research interests are in the field of social stratification, with a focus on inequalities produced in the labour market.
Tobias Stark is Assistant professor (tenured) at the Department of Interdisciplinary Social Science at Utrecht University. His research interests are in the field of ethnic prejudice and interethnic relations. In particular the link between prejudice and social networks.
Moderation: Florian Binder
Transkript
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Schon früh in der Corona-Pandemie gab es Hinweise, dass sozial benachteiligte Gruppen besonders hohe Erkrankungs- und Sterberisiken tragen. Mittlerweile liegen zahlreiche Studien vor, die dieses Muster belegen und erste Hinweise auf die Ursachen geben.
Nach wie vor kommen die meisten Arbeiten aus den USA und dem Vereinigten Königreich, aber auch für Deutschland und für andere Staaten der Europäischen Union gibt es inzwischen belastbare Befunde. In seinem Vortrag vom 18. November 2020 fasst Jan Paul Heisig die Ergebnisse einiger zentraler Studien zusammen. Zudem diskutiert er wichtige offene Fragen und Herausforderungen für die weitere Erforschung der laufenden und möglicher zukünftiger Pandemien.
Jan Paul Heisig leitet die Forschungsgruppe Gesundheit und soziale Ungleichheit am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).
Moderation: Michelle Boden
Transkript
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